Anja Ibes: Kann Solidarische Landwirtschaft als eine Form von Peer Production gesehen werden?

von Andreas Exner

Anja Ibes hat eine lesenswerte Studie zur Frage des Verhältnisses zwischen Solidarischer Landwirtschaft und Peer Production vorgelegt. Sie steht hier zum Download bereit.

Aus dem Fazit:

Die vorliegende Arbeit widmete sich der Frage, ob die Solidarische Landwirtschaft als eine Form von Peer Production gesehen werden kann. Um eine Antwort darauf finden zu können, wurden zunächst die grundlegenden Merkmale der Peer Production identifiziert und in Vergleichskategorien eingeteilt. Dadurch wurde ein analytischer Rahmen erstellt, mit dem die beiden Konzepte vergleichbar gemacht werden sollten. Im Anschluss wurden die Kategorien auf ihre Kongruenz mit dem Konzept der Solidarischen Landwirtschaft hin überprüft.

Mit Hilfe dieser Vorgehensweise konnten zahlreiche Überschneidung der Merkmale beider Konzepte ermittelt werden. Fast alle Aspekte der Peer Production finden sich in verschieden ausgeprägter Form im Konzept der Solidarischen Landwirtschaft wieder: Beide setzen sich eine sozial gerechte und ökologisch nachhaltige Wirtschaftsweise zum Ziel. Sie gehen davon aus, dass Menschen freiwillig kooperieren, um in einem gemeinsamen, selbstbestimmten und effizienten Produktionsprozess Gemeingüter herzustellen, die ihre Bedürfnisse befriedigen.

Über diese grundlegenden Gemeinsamkeiten hinaus, finden sich weitere Kriterien der Peer Production in der Solidarischen Landwirtschaft wieder, die jedoch nicht von allen Gemeinschaften unterstützt werden. Das steht im Zusammenhang mit der Definition von Solidarischer Landwirtschaft, laut der es Bestandteil des Konzepts ist, dass sich jede Gemeinschaft den jeweiligen lokalen Begebenheiten und Bedürfnissen seiner Mitglieder anpasst. Zusätzliche Überschneidungsmerkmale finden sich vor allem in Gemeinschaften mit grundlegender Kritik am waren- und tauschbasierten Wirtschaftssystem. Diese kritisieren grundlegend die Profitorientierung und die Äquivalenztauschlogik und versuchen durch Mechanismen wie das Bietverfahren oder die selbstausgehandelten Entnahmeregeln Alternativen aufzubauen. Die Aufhebung des Äquivalenztauschs, wie von der Peer Production formuliert, übertrifft in der Praxis einiger Projekte der Solidarischen Landwirtschaft oft die Theorie: Das Verständnis, dass die Produktion und nicht das Produkt finanziert wird, sowie durch die Entkoppelung von Beiträgen und Bezügen innerhalb der Gemeinschaften könnte einen ersten Schritt bei der Auflösung des marktwirtschaftlichen Äquivalenztauschprinzips und einer potenziellen Entmonetarisierung darstellen. Auch die klassischen Rollen von Produzent_innen und Konsument_innen und daraus resultierende Hierarchien im Produktionsprozess sowie das klassische Eigentumverständnis werden in beiden Fällen bewusst hinterfragt und sollen bestmöglich aufgehoben werden (z.B. durch Formen der kollektiven Nutzung der Produktionsmittel).

Die fortbestehende Trennung zwischen Produzent_innen und Unterstützer_innen bleiben voraussichtlich eine Differenz zwischen den beiden Konzepten, die für die landwirtschaftliche Produktion nicht überwunden werden kann. Ihre Vergegenwärtigung und Reflexion kann jedoch der Vermeidung von Herrschaftsstrukturen und Machtkonzentration dienen. Die Annahme der Peer Production, dass eine Aufhebung der Unterscheidung zwischen Produzent_innen und Verbraucher_innen für die materielle Produktion rivalisierender Güter möglich ist, bedarf einer weiterführenden Auseinandersetzung.

Die meisten Differenzen zwischen den Merkmalen der Peer Production und der Solidarischen Landwirtschaft ergeben sich aus der grundlegend unterschiedlichen Wesensart der beiden Konzepte und der Notwendigkeit zur Interaktion mit dem bestehenden Wirtschaftssystem. So ist eine entmonetarisierte Solidarische Landwirtschaft nur in einer gesamtgesellschaftlichen Ausdehnung des Konzepts möglich, in dem sämtliche Wirtschaftsbereiche miteinander vernetzt sind. Dann kann auch ermittelt werden, ob ein Verteilungspool in der Lage wäre, überregionale und existenzbedrohende Versorgungsengpässe auszugleichen.

Angesichts der beachtlichen Menge an sich überschneidenden Merkmalen sowie der Annahme, dass die existierenden Differenzen mit dem Grad der Ausbreitung des Konzepts der Solidarischen Landwirtschaft, nicht aber mit seinen grundlegenden Eigenschaften in Verbindung steht, kann die dieser Arbeit zugrundeliegende
Fragestellung für Hofgemeinschaften der Solidarischen Landwirtschaft, die eine grundlegende Kritik am marktbasierten Wirtschaftssystem üben und umzusetzen versuchen, bestätigt werden. Von diesem Ergebnis ausgehend können diese Projekte der Solidarischen Landwirtschaft als eine praktische Ausformung der Peer Production für den Wirtschaftssektor der Landwirtschaft gewertet werden.

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Karl Marx. Philosoph der Befreiung oder Theoretiker des Kapitals?

von Andreas Exner

Cover: Karl MarxSoeben ist der von Karl Reitter herausgegebene Sammelband “Karl Marx. Philosoph der Befreiung oder Theoretiker des Kapitals?” im Mandelbaum-Verlag zu Wien veröffentlicht worden. Der Untertitel verweist darauf, dass der Band einen Beitrag “Zur Kritik der ‘Neuen Marx-Lektüre’” liefert. Darin findet sich unter anderem ein Artikel aus meinen Handen mit dem Titel “Zur Relevanz von klassentheoretischen Analysen heute. Reflexionen einer wertformkritischen Perspektive”.

Verlagsinformation:

Der Ausdruck »neue Marx-Lektüre« wird von ihren ProtagonistInnen als positive Selbstbezeichnung verwendet. Vorgeblich soll es sich dabei um jene Marx-Rezeption handeln, die vorhergehende Irrtümer und Unzulänglichkeiten überwindet und den heutigen Standard einer niveauvollen Beschäftigung mit Marx darstellt. Im vorliegenden Band wird dieser Anspruch methodisch und inhaltlich in Frage gestellt.

Der Klassengegensatz wird in der »neuen Marx-Lektüre« zugunsten eines klassenübergreifenden Strukturzusammenhangs des automatischen Subjekts Kapital relativiert. Dass im Marxschen Kapital eine »Theorie des Drängens gegen die Herrschaft« vorliegt, so John Holloway in seinem Beitrag, wird zugunsten einer bloßen Beschreibung der Verhältnisse, die sich zumeist an den Phänomenen der Oberfläche der Zirkulation orientiert, aufgegeben. Kritik ist aber nur ein Aspekt der hier publizierten Texte, sie wird um positive Bestimmungen des Kapitalverhältnisses, nicht zuletzt hinsichtlich der Möglichkeit seiner Überwindung, erweitert und ergänzt.

Mit Beiträgen von: Jürgen Albohn, Johann-Friedrich Anders, Roland Atzmüller, Tobias Brugger, Andreas Exner, Christoph Henning, John Holloway, Georg Klauda, Christoph Lieber, Fritz Reheis, Karl Reitter

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Gemeinschaftsgärten – Krisengärten? Weimar, 4.3., 20.00 Uhr

von Andreas Exner

Vortrag plus Diskussion.

Zeit und Ort: 4.3.2015, 20:00 Uhr, Weimar, Wilma/ Transition Town-Initiative (Thälmannstraße 67).

Eine erste Veranstaltung gleichen Inhalts gibts in Erfurt.

Inhalt: Gemeinschaftsgärten verknüpfen Naturbezug mit sozialer Interaktion. Das Schreiben über diese Art von Gärten ist dabei mindestens ebenso wichtig wie das Gärtnern selbst. Darin fallen drei wiederkehrende Zuschreibungen ins Auge: Gemeinschaftsgärten fördern ein ökologisches Bewusstsein, stärken demokratische Orientierungen und verbessern das Zusammenleben von Menschen verschiedener Kulturen, Altersstufen und sozialer Hintergründe. Sie sollen ein Ort des Experimentierens sein und eine positive Aneignung öffentlichen Raums durch Kollektive ermöglichen. Zwar ist die Prominenz dieser Gärten groß, doch materiell spielen sie kaum eine Rolle. Wie lässt sich das erklären?

Andreas Exner (Institut für Politikwissenschaft der Uni Wien, Projekt Green Urban Commons) hat sich eingegend mit Gemeinschaftsgärten beschäftigt und stellt dazu Thesen zur Diskussion.

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„Naturschutz ist Krieg“. Zu einer Oscar-nominierten Verdrehung von Kämpfen um Land

von Stephan Hochleithner, Februar 2015

„Conservation is War“, Naturschutz ist Krieg, behauptet der martialisch klingende Untertitel des Dokumentarfilms „Virunga, the movie“, der nun für einen Oscar in seiner Genrekategorie nominiert ist. Bildgewaltig erzählt der britische Regisseur Orlando von Einsiedel die Geschichte der Ranger des Virunga Nationalparks im krisengeschüttelten Osten der Demokratischen Republik Kongo: Traumhafte Landschaften wechseln sich ab mit gefühlsgeladenen Szenen der berühmten und bedrohten Berggorillas. Und mit rasant geschnittenen Bildern von Feuergefechten, waffenstarrenden Gruppen Uniformierter, Wilderer und Ranger. Eine besondere Rolle spielt unter anderen der belgische Direktor des Parks, Emmanuel DeMerode, der im Film wie in der Realität viel riskiert um zu verhindern, dass das britische Unternehmen SOCO, bekannt für seinen Einsatz in schwierigen Situationen, im Park nach Öl bohrt. Letztlich wurde er nach Ende der Dreharbeiten sogar Opfer eines Attentats, das er schwer verletzt überlebte. Continue reading

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Gemeinschaftsgärten – Krisengärten? 26.2. Erfurt, 20.00 Uhr

von Andreas Exner

Vortrag plus Diskussion.

Zeit und Ort: 26.02.2015, 20:00 Uhr, Offene Arbeit Erfurt (Allerheiligenstraße 9, Hinterhaus).

Eine zweite Veranstaltung gleichen Inhalts folgt in Weimar, 4.3., 19.00 Uhr. Ort wird noch bekannt gegeben.

Inhalt: Gemeinschaftsgärten verknüpfen Naturbezug mit sozialer Interaktion. Das Schreiben über diese Art von Gärten ist dabei mindestens ebenso wichtig wie das Gärtnern selbst. Darin fallen drei wiederkehrende Zuschreibungen ins Auge: Gemeinschaftsgärten fördern ein ökologisches Bewusstsein, stärken demokratische Orientierungen und verbessern das Zusammenleben von Menschen verschiedener Kulturen, Altersstufen und sozialer Hintergründe. Sie sollen ein Ort des Experimentierens sein und eine positive Aneignung öffentlichen Raums durch Kollektive ermöglichen. Zwar ist die Prominenz dieser Gärten groß, doch materiell spielen sie kaum eine Rolle. Wie lässt sich das erklären?

Andreas Exner (Institut für Politikwissenschaft der Uni Wien, Projekt Green Urban Commons) hat sich eingegend mit Gemeinschaftsgärten beschäftigt und stellt dazu Thesen zur Diskussion.

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Monoform und Konstitution des Kapitalismus – Vortrag und Diskussion in Potsdam, 14.2., 19.00 Uhr

von Andreas Exner

Am 14.2., dem Valentinstag mach ich einen Vortrag als Auftakt zu einer Diskussion im Lokal Kuze in Potsdam. Beginn 19 Uhr. Weitere Infos hier.

Aus der Veranstaltungsbeschreibung:

Wir wollen wissen: gibt es einen Zusammenhang zwischen den Werten einer kapitalistischen Gesellschaft und der Konzeption monogamer Beziehungen? Wie prägt die (post)moderne Subjektkultur Vorstellungen und Formen von Liebe, Sex und Haushalt? Und steht Polyamourie der Vorstellung von Privateigentum entgegen? Dafür diskutieren wir über Sex, Liebe, Partnerschaft, Arbeitsteilung, Sex, Autonomie, Freundschaft, Eifersucht und Sex am Valentinstag. Der Vortrag wird weniger fertige Antworten präsentieren, als vielmehr versuchen ein Feld der Fragestellungen zu umreißen.

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“Degrowth and Demonetization”: one of the most popular Routledge sociology papers in 2014

Andreas Exner

My paper on degrowth and demonetization was published recently for free until March 2015 on the website of the publishing house Routledge (including Taylor&Francis), since it is one of the most popular articles of the publisher in social sciences in 2014.

There I explain why growth is a structural feature of a market economy and why a non-capitalist market economy is impossible.

A thematically related paper was published by Anselm Jappe on the history of the critique of value here.

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Den Ressourcenverbrauch durch Gleichheit drosseln

[via factory magazin]

Gleichheit ist ein Schlüsselfaktor zu Ansätzen solidarischer Postwachstumsökonomie und von Commons, mit dem im post-fossilen Zeitalter die herrschende nicht-nachhaltige Wirtschaftsordnung und Rebound-Effekte überwunden werden können.

von Andreas Exner

Wachstums- und Rebound-Effekte werden in der Diskussion um eine zukunftsfähige und gerechte Wirtschaftsweise häufig als Beleg dafür verwendet, dass mit der bisherigen Wirtschaftsordnung eine ressourenschonende Ökonomie nicht möglich ist. Häufig wird danach gefragt, was eigentlich das Wachstum der Wirtschaft so antreibt, dass es durch den damit verbundenen wachsenden Ressourcenverbrauch ersichtlich negative Folgen für Umwelt und Lebensqualität hat. Den gegenwärtigen Diskurs prägen zwei Erzählungen: Das technizistische Narrativ macht ineffiziente Technologien dafür verantwortlich, dass sich das Wachstum als ökologisch problematisch erweist, das anti-konsumistische sieht im wachsenden Konsum die Ursache für den zunehmenden Ressourcenverbrauch. Continue reading

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Wir stellen uns quer! – aber wie? Aktionstraining 16.1., Wien, 16.00-20.00

[via]

Für den 30.1. rufen eine ganze Menge linker Gruppen zur Verhinderung des FPÖ-Burschenschafterballs in der Hofburg auf. Mittels Massenblockaden soll der Weg in den Ballsaal für die Korporierten versperrt werden. Doch was heißt das eigentlich? Wen und was soll ich auf eine Blockadeaktion mitnehmen? Wie verhalte ich mich, wenn die Polizei kommt? Wie komme ich überhaupt zum Blockadepunkt? All das und viel mehr wollen wir gemeinsam mit euch besprechen und vor allem auch praktisch trainieren. So können wir Befürchtungen abbauen und dafür sorgen, dass sich an dieser Aktion des Zivilen Ungehorsams wirklich alle beteiligen können, die Lust dazu haben. Kommt vorbei, bringt ein bisschen Zeit und eure Lieblingsbezugsgruppe (zur Einführung gibt es den Bezugsgruppenreader) mit! Wir sehen uns auf der Blockade!

WICHTIG: Bitte nehmt euch für die ganze Dauer des Trainings Zeit; später zu kommen oder früher zu gehen, ist in diesem Fall wenig sinnvoll!

Aktionstraining “Blocken & Fließen”

Wo? WuK, Währingerstraße 59, 1090 Wien, Stiege 5, Initiativenraum im 1. Stock
Wann? 16. Jänner 2015, 16 Uhr

Dauer: 4-5 Stunden (mit Pausen). Achtung! Nehmt euch bitte für die gesamte Dauer des Trainings Zeit! Ein späteres Dazustoßen oder früheres Gehen ist nicht sinnvoll!

Massenblockaden haben seit der Mobilisierung gegen den G8 Gipfel in Heiligendamm 2007 wieder Eingang in das Aktionsspektrum sozialer Bewegungen gefunden. Auch in Österreich gab es in den vergangen Jahren Versuche diese Aktionsform aufzugreifen. Der Vorteil von Aktionen im Rahmen des Zivilen Ungehorsams gegenüber anderen Protestformen liegt auf der Hand: sie ermöglichen es, dass sich möglichst viele Menschen auf einer möglichst niederschwelligen Ebene an Direkten Aktionen beteiligen, wirken also inklusiv statt exklusiv und animieren somit zum Handeln.
Das moderierte Training soll dazu dienen Erfahrungen auszutauschen, individuelle und kollektive Handlungsfähigkeit durch Übungen zu erhöhen, Befürchtungen abzubauen und Neues zu lernen. Grundlegende Inhalte der Trainings sind: Umgang mit Ängsten, Überlegungen zu Zivilem Ungehorsam, Bezugsgruppen als Basis von Aktionen, Entscheidungsfindung in Bezugsgruppen und zwischen Bezugsgruppen, Blockadetechniken und ein einführender Umgang mit Repression.

Das Aktionstraining findet in Kooperation mit „Skills for Action“ (www.skills-for-action.de) dem deutschsprachigen Netzwerk bewegungsorientierter AktionstrainerInnen statt.

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Wir stellen uns quer! FPÖ-Burschenschafterball gemeinsam blockieren!

[via Interventionistische Linke]

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Am 30. Jänner 2015 veranstaltet die FPÖ in der Wiener Hofburg erneut den „Akademikerball“. Der frühere Ball des deutschnationalen Wiener Korporationsrings (WKR) fungiert als Plattform für deutschnationale Burschenschaften und prominente Vertreter_innen der europäischen Rechten: in vergangenen Jahren tanzte FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache dort schon einmal mit deutschen Neonazis oder Marine Le Pen, Vorsitzende des rechtsextremen französischen Front National. Dieses rechte Stelldichein wird nicht nur in Österreich, sondern europaweit kritisiert, denn der Ball dient der europäischen Rechten dazu, ihre menschenverachtende Politik der Ausgrenzung und des Rassismus in Zeiten der Krise zu koordinieren.

Die breiten öffentlichen Proteste in den letzten Jahren gegen den Burschenschafterball haben gezeigt, dass sich tausende Menschen damit nicht abfinden wollen. Doch die für die Raumvergabe verantwortliche Betreibergesellschaft der Hofburg, zu der unter anderem das Hotel Sacher und das Hotel InterContinental Wien zählen, ignoriert die Warnungen von Überlebenden der Shoah, Resolutionen des Wiener Stadtrats und den Protest tausender Antifaschist_innen. Die Wiener Polizei konzentriert sich darauf, das Demonstrationsrecht und die Pressefreiheit mittels riesiger Sperrzone und unverhältnismäßigem Vorgehen einzuschränken und antifaschistische Demonstrant_innen zu kriminalisieren.

Uns reicht es!

Unser Ziel ist es, den sogenannten Akademikerball zu verhindern. Dafür werden wir uns gemeinsam auf die Straße setzen – bunt, entschlossen und gut gelaunt!

XX Wir werden mit unserer Blockade den Zugang zur Hofburg blockieren. Nach dem Vorbild der Kampagnen »Dresden Nazifrei!« oder »Blockupy! Frankfurt« werden wir vielfälltige Mittel des Zivilen Ungehorsams dafür nutzen. Dabei sind wir mit allen solidarisch, die mit uns das Ziel teilen, den Ball zuverhindern.
XX Egal ob wir uns hinsetzen werden oder stehen bleiben: wir werden entschlossen agieren, denn wir sind gekommen, um zu bleiben. Von unserer Blockade wird keine Eskalation ausgehen.
XX Unsere Blockade soll bunt und kreativ sein. Mit Tee, Suppe und guter Stimmung werden wir uns warm halten. Wir werden unser Vorgehen auf der Blockade transparent machen, Entscheidungen gemeinsam und solidarisch treffen. Damit wollen wir sicherstellen, dass sich alle Menschen beteiligen können, die das wollen.

XX Wir laden euch ein, die Hofburg am 30.1.2015 gemeinsam mit uns zu blockieren. Wien stellt sich quer!

Achtet auf Veranstaltungen und Blockade-Trainings – wir freuen uns auf euch!

Infos unter: http://interventionistische-linke.at | Twitter @iL_Wien | Facebook facebook.com/wienquer

Verhindern wir gemeinsam den FPÖ-Burschenschafterball – ein für allemal!

Bildet Bezugsgruppen, kommt zu unserer Blockade:

Freitag, 30.01.2015, 17 Uhr, Albertina, Wien

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