Wir stellen uns quer! FPÖ-Burschenschafterball gemeinsam blockieren!

[via Interventionistische Linke]

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Am 30. Jänner 2015 veranstaltet die FPÖ in der Wiener Hofburg erneut den „Akademikerball“. Der frühere Ball des deutschnationalen Wiener Korporationsrings (WKR) fungiert als Plattform für deutschnationale Burschenschaften und prominente Vertreter_innen der europäischen Rechten: in vergangenen Jahren tanzte FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache dort schon einmal mit deutschen Neonazis oder Marine Le Pen, Vorsitzende des rechtsextremen französischen Front National. Dieses rechte Stelldichein wird nicht nur in Österreich, sondern europaweit kritisiert, denn der Ball dient der europäischen Rechten dazu, ihre menschenverachtende Politik der Ausgrenzung und des Rassismus in Zeiten der Krise zu koordinieren.

Die breiten öffentlichen Proteste in den letzten Jahren gegen den Burschenschafterball haben gezeigt, dass sich tausende Menschen damit nicht abfinden wollen. Doch die für die Raumvergabe verantwortliche Betreibergesellschaft der Hofburg, zu der unter anderem das Hotel Sacher und das Hotel InterContinental Wien zählen, ignoriert die Warnungen von Überlebenden der Shoah, Resolutionen des Wiener Stadtrats und den Protest tausender Antifaschist_innen. Die Wiener Polizei konzentriert sich darauf, das Demonstrationsrecht und die Pressefreiheit mittels riesiger Sperrzone und unverhältnismäßigem Vorgehen einzuschränken und antifaschistische Demonstrant_innen zu kriminalisieren.

Uns reicht es!

Unser Ziel ist es, den sogenannten Akademikerball zu verhindern. Dafür werden wir uns gemeinsam auf die Straße setzen – bunt, entschlossen und gut gelaunt!

XX Wir werden mit unserer Blockade den Zugang zur Hofburg blockieren. Nach dem Vorbild der Kampagnen »Dresden Nazifrei!« oder »Blockupy! Frankfurt« werden wir vielfälltige Mittel des Zivilen Ungehorsams dafür nutzen. Dabei sind wir mit allen solidarisch, die mit uns das Ziel teilen, den Ball zuverhindern.
XX Egal ob wir uns hinsetzen werden oder stehen bleiben: wir werden entschlossen agieren, denn wir sind gekommen, um zu bleiben. Von unserer Blockade wird keine Eskalation ausgehen.
XX Unsere Blockade soll bunt und kreativ sein. Mit Tee, Suppe und guter Stimmung werden wir uns warm halten. Wir werden unser Vorgehen auf der Blockade transparent machen, Entscheidungen gemeinsam und solidarisch treffen. Damit wollen wir sicherstellen, dass sich alle Menschen beteiligen können, die das wollen.

XX Wir laden euch ein, die Hofburg am 30.1.2015 gemeinsam mit uns zu blockieren. Wien stellt sich quer!

Achtet auf Veranstaltungen und Blockade-Trainings – wir freuen uns auf euch!

Infos unter: http://interventionistische-linke.at | Twitter @iL_Wien | Facebook facebook.com/wienquer

Verhindern wir gemeinsam den FPÖ-Burschenschafterball – ein für allemal!

Bildet Bezugsgruppen, kommt zu unserer Blockade:

Freitag, 30.01.2015, 17 Uhr, Albertina, Wien

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Graz, FR 28.11.: Die demokratische Revolution in Rojava

Am Freitag dem 28.11. findet an der Uni in Graz eine sehr wichtige Veranstaltung statt, die den folgenden Organisationen unterstützt wird: Kurdistan Informationszentrum, Grüne Akademie Steiermark, Crossroads Festival, Elevate Festival, Attac, Radio Helsinki, Transition Graz.

Der Politikwissenschaftler und Soziologe Mevlüt Kücükyasar spricht über “Die demokratische Revolution in Rojava”, der kurdischen Autonomieregion in Syrien, in der seit 2011 ein neues emanzipatorisches Modell der gesellschaftlichen Organisation in größerem Stil entwickelt wird. Continue reading

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Urbanes Gärtnern in der «kreativen» Stadt. Kulturen des Grün

von Gruppe Roter Mangold [via Augustin]

Das urbane Gärtnern ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die Broschüre «Do it yourself», herausgegeben von der MA 25, bezeichnet es als «fast schon einen alten Hut».

In linksorientierten Strömungen galt das urbane Gärtnern längere Zeit als subversiv. Und wird teilweise auch gegenwärtig so verstanden. Besondere Aufmerksamkeit zieht dabei das Gärtnern ohne Vertrag und Zustimmung der Flächeneigentümer_innen auf sich, so genanntes Guerilla Gardening. Es scheint mit der Logik des Privateigentums und einer anonymen Bürokratie zu brechen, die als kontrollierend und uniformierend erlebt wird. Tatsächlich gibt es auch in Wien einige Gruppen und zahlreiche Aktive, die ohne eine Erlaubnis dafür einzuholen öffentliche oder private Grundstücke bepflanzen. Continue reading

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Constructing landscapes of value: Capitalist investment for the acquisition of marginal or unused land—The case of Tanzania

Andreas Exner

Our new paper on land use classification approaches in relation to commercial use of land in Tanzania is out now. It was published by the journal Land Use Policy and can be downloaded for free until 14th Dec. here: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0264837714002191

You find a pdf version for non-commercial use to download also here.

Constructing landscapes of value: Capitalist investment for the acquisition of marginal or unused land—The case of Tanzania

by Andreas Exner, Lara E. Bartels, Markus Windhaber, Steffen Fritz, Linda See, Emilio Politti, Stephan Hochleithner

Highlights

• Marginal and unused land refer to two distinct rationalities of domination.
• They are often employed manipulatively to support biofuel production.
• In Tanzania, figures on marginal and unused land are poorly supported empirically.
• In Tanzania, biofuel potentials seem to be very limited, contrary to most views.

Abstract

The current global wave of land acquisition – variously debated as land grabbing or investment in land – is promoted by the World Bank and the FAO as creating win–win-situations for local populations and investors alike. Common policy recommendations suggest expanding the production of export crops, by making use of marginal or unused land. Considerable potentials for such an expansion are assumed. Taking Tanzania as a case study, the evidence for such types of land is assessed by using a broad range of statistics. We will argue firstly, that the terms marginal and unused land serve as a manipulative terminology for the benefit of attempts to commercially valorize and commodify African landscapes, from biofuel to large-scale food production and tourism. However, they relate to different rationalities of domination. Unused land refers to a state-bureaucratic narrative, which excludes user groups deemed irrelevant for national development, while marginal land refers to a capitalist-economic narrative that excludes what is not profitable. Secondly, the terms are analyzed as categories central for state simplification of social relations attached to land. Modelling of these land use categories based on remote sensing is an attempt to compensate weak state capacities to enhance the legibility of the landscape by constructing it as a landscape of commercial value.

Keywords

Biofuels; Marginal land; Unused land; Land grab; Nature conservation; Tanzania

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Gemeinschaftsgärten: Aneignung oder Privatisierung des öffentlichen Raums?

von Andreas Exner [via kärnöl]

Einem Trend in vielen Städten folgend, boomen Gemeinschaftsgärten seit einigen Jahren auch hierzulande. In Wien erfolgten viele Neugründungen im Gefolge der rot-grünen Koalitionsvereinbarung 2010. Die Stadt Wien fördert Gemeinschaftsgärten seither finanziell, teilweise auch mit Arbeitsleistungen, Pflanzen oder Komposterde.

Nicht alle der Wiener Gemeinschaftsgärten befinden sich auf öffentlichen Flächen. Dennoch gilt als ein Pluspunkt häufig die Belebung öffentlichen Raums. Gemeinschaftsgärten sollen soziale Innovation fördern, Demokratie oder Integration stärken und das ökologische Bewusstsein. Sie werden vielfach mit einer „Aneignung“ von öffentlichem Raum in eine positive Verbindung gebracht. Anstelle einer anonymen Stadtverwaltung, die relativ einheitlich gestaltete Grünflächen zur Betrachtung, zum Spazieren, Picknicken oder für sportliche Aktivitäten pflegt, sollen nun die Bürgerinnen und Bürger einen „Freiraum“ der „Selbstbestimmung“ erhalten. Und sie sollen den öffentlichen Raum auch gärtnerisch oder gar landwirtschaftlich nutzen können.

In der österreichischen Medienlandschaft dominierte unlängst noch der Neuheitswert dieses Phänomens. Doch gelten Gemeinschaftsgärten inzwischen weithin als etabliert. Eine vor kurzem erschienene Broschüre der Stadt Wien namens „Do it yourself“ bezeichnet sie gar als „fast schon einen alten Hut“. Wohnbaustradtrat Michael Ludwig verfasste dazu das Vorwort. Continue reading

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Spenden für Waffen? Ja. Für die Verteidigung der Selbstverwaltungsdemokratie in Rojava!

Das ist auch der Grund, weshalb die jungen Kurdinnen und Kurden ihren beispiellosen, vorbildlichen und glänzenden Kampfgeist weder mit den islamischen noch mit den westlichen Werten begründen, denn diese Werte sind schon vor dem Fall Kobanês für die Kurden gefallen. Die Terrormiliz IS hat nicht nur die Wertlosigkeit der militärischen Überlegenheit der Staaten der Region und des Westens, sondern auch die Inhaltslosigkeit ihrer Werte zur Schau gestellt” (http://kurdischenachrichten.com/2014/10/kobane-und-die-heuchelei-des-westens/)

von Andreas Exner

Kaum etwas stimmt trister als die Nachrichten der letzten Tage zur Belagerung der nordsyrischen Stadt Kobane. Sie ist Hauptstadt des selbstverwalteten Kantons Rojava. Er bildet ein Beispiel für eine alternative Entwicklung des Friedens und von sozialer Gleichheit in einer Region, die gerade das krasse Gegenteil davon erfährt.

Dabei spielt offenbar auch ein Wandel der Ausrichtung der PKK eine Rolle, die in der Region starken Rückhalt erfährt. So hat der inhaftierte Abdullah Öcalan unter anderem den US-Anarchisten Murray Bookchin rezipiert. AktivistInnen berichten von einem Einfluss dieser Ansätze auf die Bewegungen in Rojava.

Doch Rojava und mit ihr der gesamten nordsyrischen autonomen Provinz drohen die Vernichtung. Continue reading

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Afrika bleibt Afrika? Oder: Kann es eine alternative afrikanische Modernisierung geben?

[via kärnöl]

von Andreas Exner

Afrika wird gewohnheitsmäßig mit menschlichem Elend assoziiert. Die Bilder von lächelnden Massai vor den Kameras von Touristinnen in Tansania, oder der von Reichtum zeugenden Wolkenkratzer in Südafrika können daran wenig ändern.

Und tatsächlich scheint die Realität den dominierenden Bildern Recht zu geben. Diese Realität besteht – nicht nur für die öffentliche Wahrnehmung – aus wiederkehrenden Kriegen, Hungerkatastrophen, Krankheiten wie neuerdings die Seuche Ebola, aus Regierungen, die als notorisch korrupt gelten und einer allgemeinen „Rückständigkeit“. Ja, schlimmer noch, von Afrika nimmt man in der Regel überhaupt nur Notiz im Fall einer besonders spektakulären Katastrophe – und selbst dann nur marginal. Continue reading

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Land ohne Menschen? Zur Idee ungenutzten Landes in Afrika am Beispiel Tansanias

[via kärnöl]

von Andreas Exner

„Dieses Land ist ungenutzt, ungenutzt, ungenutzt“, hört man den Vertreter der staatlichen Entwicklungsagentur im tansanischen Rufiji-Delta sagen. Nachgerade unwirsch reagiert er auf die Nachfrage der Reporterin von CNN. Im Rufiji-Delta leben doch viele Bäuerinnen und Bauern, sagt diese. Doch die tansanische Entwicklungsbehörde will Investoren holen. Sie sollen die Landwirtschaft entwickeln, den Ertrag steigern. Das alles wäre nur zum Besten, versichert der Vertreter.

Dieser Ausschnitt eines Interviews ist bezeichnend für die gegenwärtige Debatte um Biofuels, offshore-Farming und die afrikanische Landwirtschaft. Das Schlagwort vom „Landraub“ oder des „Land Grabbing“ kennen viele. Doch kaum bekannt sind manche Hintergründe, die dabei eine Rolle spielen. So eben auch die Frage des ungenutzten Landes. Selbst unter Expertinnen und Experten ist das Unwisssen, ist die Unsicherheit dazu momentan noch groß. Doch wird das häufig nicht unbedingt kenntlich gemacht. Continue reading

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Mononorm und Konstitution des Kapitalismus. Überlegungen zur Subjektkultur

Andreas Exner

Der inspirierende Workshop von Stefan Meretz und mir bei der Ferienuni “Kritische Psychologie” dieses Wochenende in Berlin hat einige Debattenstränge freigelegt, die weiterzuverfolgen von großem Interesse sein wird. Der Workshop war mit etwa 50 Leuten recht gut besucht. Die Ferienuni und das Commoning-Umfeld, das sie für mich spürbar tönte, empfand ich als ausgesprochen angenehm.

Hier stehen die Folien meiner Präsentation zum Download bereit.

Die darin skizzierten Gedanken sind als vorläufige zu verstehen. Sie sollen weitere Untersuchungen anleiten. Aufgrund der Komplexität der Fragestellungen und der Fülle an aufzuarbeitendem Material würde sich die Thematik für ein kollektives Forschungsvorhaben eignen. Dieses wäre in loser Kooperation oder wechselseitigem Verweis vielleicht stärker voranzubringen als auf individueller Basis.

Die Präsentation von Stefan Meretz wird, verbunden mit der meinen sowie einer Tonaufzeichnung unserer Kurzvorträge in Bälde auf keimform.de erscheinen.

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Bread in 1848 Vienna. The Role of a Staple Food in Revolutionary Uprisings of the 19th Century

Andreas Exner & Marielle Zuk

Complete study to be downloaded here.

Abstract:

Our analysis of the uprisings of 1848 has allowed us to develop a body of observations we believe may be applied to future studies of uprisings both past and present. By taking a staple food such as bread as the focus of our research, we were able to analyze and describe certain social, economic, and political factors of the uprising without deviating from the core issue that food is of great importance to human activity. The particular human activity under scrutiny in this report is the uprisings of 1848 Vienna, which, as we have seen, cannot be evaluated simply as a middle-class, bourgeois push for liberal democratic reform. Without the revolutionary muscle of the lower classes and petty bourgeoisie, these uprisings arguably would have had a weaker, and decidedly different character. The lower classes and petty bourgeoisie were spurred to action by a variety of factors and circumstances, yet the fact that affordable food was not accessible to many stands out as a primary factor.

Yet, as reiterated throughout this paper, class and gender constructions are not sociologically uniform and are manifested and experienced by individuals with differing levels of significance. Thus, by focusing on bread, rather than a particular social class or gender, we were able to describe and explore the heterogeneity within these socially-constructed categories and produce scholarship we hope will be considered nuanced and cognizant of the multiplicitly of experiences triggered by events and trends and how these experiences may in turn, effect future courses of action.

Our decision to pair literature sources written many years after the events with an analysis of widely-circulated newspapers issued during the time allowed us to see how our hunches and hypotheses played out in the popular media, thus enabling us to see how events, processes and trends were portrayed to contemporaries. The fact that the year surveyed included both periods of intense censorship and periods of relatively free press allowed us a measure of valuable insight into what the absolutist government believed to be newsworthy and what the newspapers themselves valued as news. The analysis of the newspaper also showed a lack of information about the working class and their issues and interests, which indirectly bolsters our conclusion that issues of survival and hunger were relevant only to a certain portion of participants in the uprisings.

The uprisings of 1848 in Vienna were the result of a confluence of factors. They represented a call for change, a call for recognition and representation, a call for modern politics, and a call for the maintenance of a moral economy as much as they represented a call for food and basic survival.

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