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	<title>Kommentare zu: Protest ohne Kontrolle. Horizont Audimax am &#8220;Runden Tisch&#8221;</title>
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	<description>Gegen Wirtschaftswachstum!</description>
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		<title>Von: Andreas Exner</title>
		<link>http://www.social-innovation.org/?p=1296&#038;cpage=1#comment-2479</link>
		<dc:creator>Andreas Exner</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Nov 2009 07:43:19 +0000</pubDate>
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		<description>@estela: ja, ich tu auch was ich kann. jenseits des kapitals ist niemand von uns. die studis: ich hoffe, nach dem ende der proteste - die hoffentlich noch bis jahresende weitergehen (eine eitle hoffnung) - haben sich vielleicht 5% der jetzt aktiven soweit &quot;konsolidiert&quot;, dass eine bewegung da ist, die weiterträgt. die meisten käuen ja, ehrlich gesagt, nur wieder, was schon seit 20 jahren gesagt wird. aber in wenigen momenten und statements wird was neues, zündendes sichtbar. das ist spannend.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@estela: ja, ich tu auch was ich kann. jenseits des kapitals ist niemand von uns. die studis: ich hoffe, nach dem ende der proteste &#8211; die hoffentlich noch bis jahresende weitergehen (eine eitle hoffnung) &#8211; haben sich vielleicht 5% der jetzt aktiven soweit &#8220;konsolidiert&#8221;, dass eine bewegung da ist, die weiterträgt. die meisten käuen ja, ehrlich gesagt, nur wieder, was schon seit 20 jahren gesagt wird. aber in wenigen momenten und statements wird was neues, zündendes sichtbar. das ist spannend.</p>
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		<title>Von: estela</title>
		<link>http://www.social-innovation.org/?p=1296&#038;cpage=1#comment-2478</link>
		<dc:creator>estela</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 22:17:10 +0000</pubDate>
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		<description>ja - sehe es wie du.
um die gesellschaft wirklich zu ändern bedarf schon viel mehr als nur fairen handel. klar.

anderseits: ich tue was ich kann ;)
und das ist warum die besetzung des audimaxes mir auch so gut gefällt: dass junge menschen sich mühe geben etwas zu ändern und zwar auf einer positive und kreative art und weise.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>ja &#8211; sehe es wie du.<br />
um die gesellschaft wirklich zu ändern bedarf schon viel mehr als nur fairen handel. klar.</p>
<p>anderseits: ich tue was ich kann ;)<br />
und das ist warum die besetzung des audimaxes mir auch so gut gefällt: dass junge menschen sich mühe geben etwas zu ändern und zwar auf einer positive und kreative art und weise.</p>
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	<item>
		<title>Von: Andreas Exner</title>
		<link>http://www.social-innovation.org/?p=1296&#038;cpage=1#comment-2477</link>
		<dc:creator>Andreas Exner</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 16:30:42 +0000</pubDate>
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		<description>hi estela

danke für deine infos aus der ersten hand!

naja, der profit wird immer investiert in die ausweitung des marktes - das ist noch kein unterschied zur kapitalistischen logik, auch wenn das motiv ein &quot;ethisches&quot; ist. ich sag auch nicht, dass ft was schlechtes ist. dennoch erfordert es noch weiterer anstrengungen, um kapitalistische logiken zu überwinden.

ohne ft wär die sache schlimmer...

und man muss pragmatisch sein, eh klar.

wenn ft den ganzen handel bestimmt: naja, kooperation würde die marktlogik und damit den &quot;handel&quot; als solchen sukzessive ersetzen (müssen), denke ich.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>hi estela</p>
<p>danke für deine infos aus der ersten hand!</p>
<p>naja, der profit wird immer investiert in die ausweitung des marktes &#8211; das ist noch kein unterschied zur kapitalistischen logik, auch wenn das motiv ein &#8220;ethisches&#8221; ist. ich sag auch nicht, dass ft was schlechtes ist. dennoch erfordert es noch weiterer anstrengungen, um kapitalistische logiken zu überwinden.</p>
<p>ohne ft wär die sache schlimmer&#8230;</p>
<p>und man muss pragmatisch sein, eh klar.</p>
<p>wenn ft den ganzen handel bestimmt: naja, kooperation würde die marktlogik und damit den &#8220;handel&#8221; als solchen sukzessive ersetzen (müssen), denke ich.</p>
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		<title>Von: estela</title>
		<link>http://www.social-innovation.org/?p=1296&#038;cpage=1#comment-2476</link>
		<dc:creator>estela</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 15:36:04 +0000</pubDate>
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		<description>@andreas

ich bin bei der größte FT importorganisation in österreich.
gewinn dient dort nur der vorauszahlungen an den produzentInnen und investitionen, die der ausweitung des marktes (für die produzentInnen) dienen. also keine profitmaximierung sondern sicherung der existenz - die den produzentInnen widerum auch existenz sichert.

ist dennoch handel, ja. 
prozentuell, was dem handel betrifft, macht es glaube ich nicht mal ganze 2% (weltweit, umsatzmässig). nun stell dir vor, was wäre wenn der streben nach fairen handel die ganzen handelsbeziehungen betreffen würde? :)))))))

das spannende an FT ist wirklich was du bewirkst. 
und wenn du selbständigkeit bewirken kannst, trägst du zu unabhängigkeit bei. und das fordert widerum die chancen andere wege zu suchen und zu finden - also auch andere lebensformen. das schlimmste in dieser kapitalistische welt ist mitunter auch die abhängigkeit der meisten (also ziemlich alle). nicht nur vom geld, sondern auch von anderen die das geld her schaufeln, die güter usw... 

ich bin immer wieder beeindrückt von dem was produzentInnen leisten und was sie mit den FT Prämien machen. für sich, nicht für die wirtschaft.

war selber in chiapas.
das ist der beste beispiel dafür, dass eine welt möglich ist. alles für alle :)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@andreas</p>
<p>ich bin bei der größte FT importorganisation in österreich.<br />
gewinn dient dort nur der vorauszahlungen an den produzentInnen und investitionen, die der ausweitung des marktes (für die produzentInnen) dienen. also keine profitmaximierung sondern sicherung der existenz &#8211; die den produzentInnen widerum auch existenz sichert.</p>
<p>ist dennoch handel, ja.<br />
prozentuell, was dem handel betrifft, macht es glaube ich nicht mal ganze 2% (weltweit, umsatzmässig). nun stell dir vor, was wäre wenn der streben nach fairen handel die ganzen handelsbeziehungen betreffen würde? :)))))))</p>
<p>das spannende an FT ist wirklich was du bewirkst.<br />
und wenn du selbständigkeit bewirken kannst, trägst du zu unabhängigkeit bei. und das fordert widerum die chancen andere wege zu suchen und zu finden &#8211; also auch andere lebensformen. das schlimmste in dieser kapitalistische welt ist mitunter auch die abhängigkeit der meisten (also ziemlich alle). nicht nur vom geld, sondern auch von anderen die das geld her schaufeln, die güter usw&#8230; </p>
<p>ich bin immer wieder beeindrückt von dem was produzentInnen leisten und was sie mit den FT Prämien machen. für sich, nicht für die wirtschaft.</p>
<p>war selber in chiapas.<br />
das ist der beste beispiel dafür, dass eine welt möglich ist. alles für alle :)</p>
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	<item>
		<title>Von: Andreas Exner</title>
		<link>http://www.social-innovation.org/?p=1296&#038;cpage=1#comment-2475</link>
		<dc:creator>Andreas Exner</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 23:25:43 +0000</pubDate>
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		<description>@estela: ja, die alternative beginnt hier und heute, in jedem moment. solidarische ökonomie umfasst fair trade. allerdings ist solidarische ökonomie vor allem eine, die nicht-monetäre beziehungen stärkt und auf selbstverwaltung gründet. diesen kriterien entspricht fair trade kaum - allerdings hat fair trade in der dominanten form einen starken gemeinwesenbezug und das ist gut.

bezweifle aber, dass hier keine profite produziert werden (mit ausnahme von soli-strukturen wie chiapas kaffee). oder wie siehst du das?

gewinn wird jedenfalls auch bei fair trade kein schaden sein und deshalb erstrebenswert. verlust wird in jedem fall negativ bewertet (werden müssen). von daher ist es schwer, auf wirtschaftliche schrumpfung zu setzen oder gewinnziele zu vermeiden.

weiß aber nicht, wie du das siehst.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@estela: ja, die alternative beginnt hier und heute, in jedem moment. solidarische ökonomie umfasst fair trade. allerdings ist solidarische ökonomie vor allem eine, die nicht-monetäre beziehungen stärkt und auf selbstverwaltung gründet. diesen kriterien entspricht fair trade kaum &#8211; allerdings hat fair trade in der dominanten form einen starken gemeinwesenbezug und das ist gut.</p>
<p>bezweifle aber, dass hier keine profite produziert werden (mit ausnahme von soli-strukturen wie chiapas kaffee). oder wie siehst du das?</p>
<p>gewinn wird jedenfalls auch bei fair trade kein schaden sein und deshalb erstrebenswert. verlust wird in jedem fall negativ bewertet (werden müssen). von daher ist es schwer, auf wirtschaftliche schrumpfung zu setzen oder gewinnziele zu vermeiden.</p>
<p>weiß aber nicht, wie du das siehst.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: estela</title>
		<link>http://www.social-innovation.org/?p=1296&#038;cpage=1#comment-2474</link>
		<dc:creator>estela</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 22:31:04 +0000</pubDate>
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		<description>@Grummelbart

ich finde es gerade sehr aussagekräftig, dass du mit &quot;Europa&quot; eben nur den westlichen Teil meinst, der gerade dort endet wo österreich es auch tut. ich denke solchen kleinen begriffsmissverständnissen eben die sind, die bezeugen man ist in europa sehr &quot;bauchnabellastig&quot; - das wort sollte es wirklich geben, egozentrismus gefällt mir nicht so gut ;) - mag ein sehr europäisches gefühl sein, ist aber nicht besonders produktiv.

in dem zusammenhang sehe ich die beschränkungen auf der uni auch dementsprechend von der elbogenseite aus.
freien zugang für alle ist aber wirklich die beste voraussetzung. mich wundert, dass du denkst dadurch sind viele ungeignete menschen da oder dort fertig mit ihrem studium und völlig ungeeignet. weil das bereits der fall ist. es gibt unzählige studierten menschen die öfters völlig falsch beurteilt wurden während ihren &quot;ausbildungsjahren&quot;. 
freier zugang bedeutet auch gleiche chancen. 
wird dies bekräftigt und von der gesellschaft geschützt, so steigt auch der respekt und interesse für studienrichtungen und berufswege die sonst immer anecken. es steigt die bereitschaft sich als studierenden einzusetzten und weiterzuentwickeln, davon bin ich überzeugt. also: eigenes tempo, eigene bedürfnisse, eigene fähigkeiten. ich finde das nicht besonders kommunistisch oder allgemein links, ich finde das einfach nur sehr menschlich.
habe im profil gelesen, dass mit der einführung der studiengebühren tatsächlich nachweislich war, studentInnen würden schneller fertig werden. damit glaubt man bewiesen zu haben studien sind schneller zu schaffen und das ist gut so. für wen? um schneller arbeiten zu können, steuern zu zahlen, ins system einzusteigen? der wirtschaft zu dienen? kommt man sich da nicht ein wenig zu sehr beim schlachthof?

dadurch komme ich zum punkt kapitalismus / kommunismus dingsbums. also ich habe eben philosophie und nicht powi studiert. meine politische kenntnisse reichen gerade dafür dem andreas zu verstehen ;) - aber dennoch wage ich zu behaupten, dass eine gesellschaft auch alle ihrer ränder mit sich trägt. mag sein man lebt ausserhalb des systems, aber man lebt nicht ausserhalb der weltkugel (noch nicht). wenn ein kapitalismus, der alle randerscheinungen am liebsten vernichten möchte (und tut), auf falsche demokratische gedanken setzt (nämlich denen die der minderheiten kein platz einräumen) und sich ständig drüber gedanken machen muss immer weiter, reichter, gescheiter, sauberer, toller, dünner, feiner blablabla zu werden, koste es was wolle... naja, auf so einer welt möchte ich nicht wirklich leben ohne mich für veränderung einzusetzten. auch wenn die menschen alles sein können: pessimisten, kluge, hinterlistigen usw. auch sie haben ein recht auf dieser welt und eine kluge gesellschaft trägt sie mit und wird von denen nicht belastet.

du sagst jeder kann sagen was er/sie will und tun und lassen kann was er/sie möchte und unzählige möglichkeiten hat. nun jetzt mal ganz klar: ich beschränke deiner aussage NUR auf österreich und sage dir: es stimmt nicht! Ich kann hier mein studium nicht anerkennen lassen, kann nicht arbeiten wann ich gebraucht werde ohne meine kindern irgendwie rabenmutterartig zu vernachlässigen und wohin zu bringen wo man sich eher mit ruhig halten als mit erleben lassen beschäftigt, und weil es eben die kindern gibt werde ich gleich von vorne rein allgemein als nicht ganz flexibel und ausdauernd eingeschätzt obwohl die erfahrung genau das gegenteil beweist. dann gibt es die, die nicht studieren können was sie möchten, die die nicht davon leben können wenn sie das tun woran sie wirklich gut sind (weils nicht profitable ist) und die die vom grundauf nicht gut fürs leben bewappnet sind, womit sie sie nur als last wahrgenommen werdern und auch nicht tun was sie möchten oder sagen was sie wollen. und so geht es immer weiter. bleiben ein paar glücklichen übrig die das system perfektionieren!


@andreas
du hast geschrieben:
&quot;In einer Gesellschaft, in der die Menschen ihren Stoffwechsel als Kauf/Verkauf abwickeln, also eine Geldwirtschaft praktizieren, ist ein anderes Prinzip als das der Profitmaximierung nicht denkbar.&quot;
Nun, ich arbeite im fairen handel. ich beweise mir und anderen täglich, dass es wohl denkbar ist ohne profitmaximierung zu handeln ;) 
eine alternative wirtschaft ist möglich. jetzt schon.
darum glaube ich auch, dass viel mehr möglich ist, als nur wirtschaftlich zu denken :)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Grummelbart</p>
<p>ich finde es gerade sehr aussagekräftig, dass du mit &#8220;Europa&#8221; eben nur den westlichen Teil meinst, der gerade dort endet wo österreich es auch tut. ich denke solchen kleinen begriffsmissverständnissen eben die sind, die bezeugen man ist in europa sehr &#8220;bauchnabellastig&#8221; &#8211; das wort sollte es wirklich geben, egozentrismus gefällt mir nicht so gut ;) &#8211; mag ein sehr europäisches gefühl sein, ist aber nicht besonders produktiv.</p>
<p>in dem zusammenhang sehe ich die beschränkungen auf der uni auch dementsprechend von der elbogenseite aus.<br />
freien zugang für alle ist aber wirklich die beste voraussetzung. mich wundert, dass du denkst dadurch sind viele ungeignete menschen da oder dort fertig mit ihrem studium und völlig ungeeignet. weil das bereits der fall ist. es gibt unzählige studierten menschen die öfters völlig falsch beurteilt wurden während ihren &#8220;ausbildungsjahren&#8221;.<br />
freier zugang bedeutet auch gleiche chancen.<br />
wird dies bekräftigt und von der gesellschaft geschützt, so steigt auch der respekt und interesse für studienrichtungen und berufswege die sonst immer anecken. es steigt die bereitschaft sich als studierenden einzusetzten und weiterzuentwickeln, davon bin ich überzeugt. also: eigenes tempo, eigene bedürfnisse, eigene fähigkeiten. ich finde das nicht besonders kommunistisch oder allgemein links, ich finde das einfach nur sehr menschlich.<br />
habe im profil gelesen, dass mit der einführung der studiengebühren tatsächlich nachweislich war, studentInnen würden schneller fertig werden. damit glaubt man bewiesen zu haben studien sind schneller zu schaffen und das ist gut so. für wen? um schneller arbeiten zu können, steuern zu zahlen, ins system einzusteigen? der wirtschaft zu dienen? kommt man sich da nicht ein wenig zu sehr beim schlachthof?</p>
<p>dadurch komme ich zum punkt kapitalismus / kommunismus dingsbums. also ich habe eben philosophie und nicht powi studiert. meine politische kenntnisse reichen gerade dafür dem andreas zu verstehen ;) &#8211; aber dennoch wage ich zu behaupten, dass eine gesellschaft auch alle ihrer ränder mit sich trägt. mag sein man lebt ausserhalb des systems, aber man lebt nicht ausserhalb der weltkugel (noch nicht). wenn ein kapitalismus, der alle randerscheinungen am liebsten vernichten möchte (und tut), auf falsche demokratische gedanken setzt (nämlich denen die der minderheiten kein platz einräumen) und sich ständig drüber gedanken machen muss immer weiter, reichter, gescheiter, sauberer, toller, dünner, feiner blablabla zu werden, koste es was wolle&#8230; naja, auf so einer welt möchte ich nicht wirklich leben ohne mich für veränderung einzusetzten. auch wenn die menschen alles sein können: pessimisten, kluge, hinterlistigen usw. auch sie haben ein recht auf dieser welt und eine kluge gesellschaft trägt sie mit und wird von denen nicht belastet.</p>
<p>du sagst jeder kann sagen was er/sie will und tun und lassen kann was er/sie möchte und unzählige möglichkeiten hat. nun jetzt mal ganz klar: ich beschränke deiner aussage NUR auf österreich und sage dir: es stimmt nicht! Ich kann hier mein studium nicht anerkennen lassen, kann nicht arbeiten wann ich gebraucht werde ohne meine kindern irgendwie rabenmutterartig zu vernachlässigen und wohin zu bringen wo man sich eher mit ruhig halten als mit erleben lassen beschäftigt, und weil es eben die kindern gibt werde ich gleich von vorne rein allgemein als nicht ganz flexibel und ausdauernd eingeschätzt obwohl die erfahrung genau das gegenteil beweist. dann gibt es die, die nicht studieren können was sie möchten, die die nicht davon leben können wenn sie das tun woran sie wirklich gut sind (weils nicht profitable ist) und die die vom grundauf nicht gut fürs leben bewappnet sind, womit sie sie nur als last wahrgenommen werdern und auch nicht tun was sie möchten oder sagen was sie wollen. und so geht es immer weiter. bleiben ein paar glücklichen übrig die das system perfektionieren!</p>
<p>@andreas<br />
du hast geschrieben:<br />
&#8220;In einer Gesellschaft, in der die Menschen ihren Stoffwechsel als Kauf/Verkauf abwickeln, also eine Geldwirtschaft praktizieren, ist ein anderes Prinzip als das der Profitmaximierung nicht denkbar.&#8221;<br />
Nun, ich arbeite im fairen handel. ich beweise mir und anderen täglich, dass es wohl denkbar ist ohne profitmaximierung zu handeln ;)<br />
eine alternative wirtschaft ist möglich. jetzt schon.<br />
darum glaube ich auch, dass viel mehr möglich ist, als nur wirtschaftlich zu denken :)</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Andreas Exner</title>
		<link>http://www.social-innovation.org/?p=1296&#038;cpage=1#comment-2468</link>
		<dc:creator>Andreas Exner</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 20:08:50 +0000</pubDate>
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		<description>zur Kapitalismusfrage:

Ich habe nicht gesagt, dass Menschen im Kapitalismus keine Individualität besitzen.

Ganz im Gegenteil: die Individualität ist unauslöschlich, und deshalb ist auch der Widerspruch zum Kapital - das alles auf den einen Nenner &quot;abstrakter ökonomischer Wert&quot;, ausgedrückt im Geld, bringt - unauslöschlich und dem Kapitalismus eingebaut.

Wäre dem nicht so, dann gäbe es weder den Wunsch nach Befreiung vom &quot;Sachzwang&quot; der Kapitalverwertung, noch die Möglichkeit dazu.

Zum Kommunismus: ich halte den Begriff für missverständlich und gebrauche ihn deshalb üblicherweise auch nicht. Es ist viel verständlicher, von einer Solidarischen Ökonomie oder einer gemeingüterbasierten Wirtschaft zu sprechen.

Zur Sprache: wir beide führen hier bereits einen im engeren Sinn theoretischen Diskurs. Die Einträge im Weblog bedienen sich einer anderen Sprache, wie Du ja siehst.

Auf theoretischer Ebene ist eine Funktionsweise des Kapitalismus - die sich durch seine verschiedenen historischen Formen durchhält (sonst könnte man überhaupt nicht sagen, was &quot;Kapitalismus&quot; ist) - durchaus zu bestimmen.

Zur Freiheit: Marx hat ganz zu Recht bemerkt, dass in den Marktbeziehungen Gleichheit und Freiheit verwirklicht sind. Der Punkt ist freilich, dass Gleichheit und Freiheit in der Produktion NICHT existieren. Eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus aber ist nicht denkbar. In einer Gesellschaft, in der die Menschen ihren Stoffwechsel als Kauf/Verkauf abwickeln, also eine Geldwirtschaft praktizieren, ist ein anderes Prinzip als das der Profitmaximierung nicht denkbar.

Davon abgesehen stellt sich die Frage der Art von Freiheit bzw. Gleichheit. Freiheit, die den anderen als strukturelles Hindernis oder aber strukturelle Vorbedingung der Entfaltung sieht? Gleichheit, die lediglich abstrakte Rechtsgleichheit meint, oder aber konkrete Gleichheit im Sinn von: was ich brauche, erhalte ich. Es gibt ein Bonmot, das dies - ungefähr so - gut zum Ausdruck bringt: &quot;Alle haben das gleiche Recht, unter der Brücke zu schlafen. Nur wird ein Kapitalist das selten tun.&quot;

Mehr Geld MUSS besser sein als weniger Geld. Das ist des ganzen Rätsels Lösung.

Was die Herkunft des Profits angeht, so muss man überlegen, wie in einer Gesellschaft, wenn man Übervorteilung als bestimmendes Prinzip (getreu liberalen Grundsätzen, übrigens) ausschließt, ein systematischer Geldüberschuss entstehen kann. ...das würde uns in eine werttheoretische Debatte führen...

Also: Menschen SIND Menschen, egal in welchem System ihrer Beziehungen sie leben. Allerdings gibt es historisch sehr unterschiedliche Arten von Beziehungen. Und ein Mensch ist die Summe seiner Beziehungen. Hier hat keines der beiden Momente Vorrang vor dem anderen: Mensch und Beziehung - das ist ein Komplex von Lebendigkeit. Robinson Crusoe ist eine schlechte Erfindung, wenn sie ein Bild &quot;des Menschen&quot; geben soll.

Das hat nichts mit Moral, sondern mit der Form, der Struktur der Beziehungen zu tun. Nimm her den Unterschied zwischen Kauf/Verkauf einerseits und kollektiver Aktion andererseits (letztere übrigens ein wesentliches Moment auch des Kapitalismus - und eine Möglichkeit, ihn zu überwinden - ich spreche von der Kooperation im Betrieb).

PS: Übrigens bin ich studierter Ökologe</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>zur Kapitalismusfrage:</p>
<p>Ich habe nicht gesagt, dass Menschen im Kapitalismus keine Individualität besitzen.</p>
<p>Ganz im Gegenteil: die Individualität ist unauslöschlich, und deshalb ist auch der Widerspruch zum Kapital &#8211; das alles auf den einen Nenner &#8220;abstrakter ökonomischer Wert&#8221;, ausgedrückt im Geld, bringt &#8211; unauslöschlich und dem Kapitalismus eingebaut.</p>
<p>Wäre dem nicht so, dann gäbe es weder den Wunsch nach Befreiung vom &#8220;Sachzwang&#8221; der Kapitalverwertung, noch die Möglichkeit dazu.</p>
<p>Zum Kommunismus: ich halte den Begriff für missverständlich und gebrauche ihn deshalb üblicherweise auch nicht. Es ist viel verständlicher, von einer Solidarischen Ökonomie oder einer gemeingüterbasierten Wirtschaft zu sprechen.</p>
<p>Zur Sprache: wir beide führen hier bereits einen im engeren Sinn theoretischen Diskurs. Die Einträge im Weblog bedienen sich einer anderen Sprache, wie Du ja siehst.</p>
<p>Auf theoretischer Ebene ist eine Funktionsweise des Kapitalismus &#8211; die sich durch seine verschiedenen historischen Formen durchhält (sonst könnte man überhaupt nicht sagen, was &#8220;Kapitalismus&#8221; ist) &#8211; durchaus zu bestimmen.</p>
<p>Zur Freiheit: Marx hat ganz zu Recht bemerkt, dass in den Marktbeziehungen Gleichheit und Freiheit verwirklicht sind. Der Punkt ist freilich, dass Gleichheit und Freiheit in der Produktion NICHT existieren. Eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus aber ist nicht denkbar. In einer Gesellschaft, in der die Menschen ihren Stoffwechsel als Kauf/Verkauf abwickeln, also eine Geldwirtschaft praktizieren, ist ein anderes Prinzip als das der Profitmaximierung nicht denkbar.</p>
<p>Davon abgesehen stellt sich die Frage der Art von Freiheit bzw. Gleichheit. Freiheit, die den anderen als strukturelles Hindernis oder aber strukturelle Vorbedingung der Entfaltung sieht? Gleichheit, die lediglich abstrakte Rechtsgleichheit meint, oder aber konkrete Gleichheit im Sinn von: was ich brauche, erhalte ich. Es gibt ein Bonmot, das dies &#8211; ungefähr so &#8211; gut zum Ausdruck bringt: &#8220;Alle haben das gleiche Recht, unter der Brücke zu schlafen. Nur wird ein Kapitalist das selten tun.&#8221;</p>
<p>Mehr Geld MUSS besser sein als weniger Geld. Das ist des ganzen Rätsels Lösung.</p>
<p>Was die Herkunft des Profits angeht, so muss man überlegen, wie in einer Gesellschaft, wenn man Übervorteilung als bestimmendes Prinzip (getreu liberalen Grundsätzen, übrigens) ausschließt, ein systematischer Geldüberschuss entstehen kann. &#8230;das würde uns in eine werttheoretische Debatte führen&#8230;</p>
<p>Also: Menschen SIND Menschen, egal in welchem System ihrer Beziehungen sie leben. Allerdings gibt es historisch sehr unterschiedliche Arten von Beziehungen. Und ein Mensch ist die Summe seiner Beziehungen. Hier hat keines der beiden Momente Vorrang vor dem anderen: Mensch und Beziehung &#8211; das ist ein Komplex von Lebendigkeit. Robinson Crusoe ist eine schlechte Erfindung, wenn sie ein Bild &#8220;des Menschen&#8221; geben soll.</p>
<p>Das hat nichts mit Moral, sondern mit der Form, der Struktur der Beziehungen zu tun. Nimm her den Unterschied zwischen Kauf/Verkauf einerseits und kollektiver Aktion andererseits (letztere übrigens ein wesentliches Moment auch des Kapitalismus &#8211; und eine Möglichkeit, ihn zu überwinden &#8211; ich spreche von der Kooperation im Betrieb).</p>
<p>PS: Übrigens bin ich studierter Ökologe</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Grummelbart</title>
		<link>http://www.social-innovation.org/?p=1296&#038;cpage=1#comment-2467</link>
		<dc:creator>Grummelbart</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 18:59:01 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.social-innovation.org/?p=1296#comment-2467</guid>
		<description>@Andreas: Sorry, aber genau das bestätigt meine vorherige Wortspende, dass - anscheinend - Politikwissenschafter (bzw. &quot;Linke&quot; im weitesten Sinne des Wortes) abgehoben sind, denn diese Theorien die Du da - anscheinend ohne groß darüber nachzudenken - wiedergibst, entsprechen nicht der Wahrheit. Oder besser gesagt, nur zu einem - ganz kleinem - Teil - und ich kann das mit einem einzigen Satz belegen.

&quot;Menschen sind Menschen - egal in welchem System sie leben&quot;

 Denke einmal darüber nach. Zu glauben, dass menschliches Handeln alleine auf dem System basiert, in dem sie leben, würde bedeuten, dass du den Menschen ihre Individualität absprichst - jeder, der die gleichen Voraussetzungen hat, soll sich gleich entwickeln - automatisch? Und jeder, der in einem kapitalistischen System aufwächst, ist hinter Profitmaximierung her? Und im Kommunismus sind dann alle glücklich, jeder leistet genausoviel wie er kann, und nimmt nur genausoviel wie er benötigt? Wenn hier jemand - bzw. eine Systemtheorie - irgendwem in ihrer Eigenständigkeit in das Denken eingreift, dann anscheined der Kommunismus und dessen Theoretiker. Menschen haben sich immer und werden sich immer irrational verhalten; es wird immer Leute geben, die andere Auffassungen haben, egal in welchem System man aufwächst, es wird Arschlöcher, Optimisten, Pessimisten, Rebellen, Kriminelle, Rücksichtslose und Bedächtige geben.

 Auch die nette Bezeichnung &quot;Kapitaleigner&quot; ist nett - &quot;Die Kapitaleigner selbst erfüllen einzig die Funktion, das Kapital nach Profitabilität zu allozieren.&quot;. Na bam! Wer ist denn ein Kapitaleigner? Ich? Bill Gates? Ein Bauer? Oder wir alle? Gibts da eine Grenze? Und natürlich erfüllen ALLE Kapitaleigner nur die Funktion, das Kapital nach Profitabulität zu allozieren. Ohne Ausnahme.

 Kurzer Reality-Check: Wenn das der Fall wäre - wie erklärst Du Dir Phänomene wie Spenden? Die Tatsache, dass - bereits noch VOR der Entstehung der Arbeiterbewegung - einige Industrielle ihren Arbeitern von sich aus Bildung, ordentliche Unterkünfte und Ärzte zur Verfügung stellten? Dass Bill Gates alleine wahrscheinlich mehr für Bedürftige gespendet hat, als alle Österreicher zusammen? Die Entwicklungshilfe für die Dritte Welt? Die Errichtung von Grundrechten in der furchtbar kapitalistischen EU? Wie werden Phänomene wie das Zulegen von unnötigem - Verzeihung - Klumpert erklärt, wie Porsches, Ferraris, etc, wenn doch eh alles nur auf die &quot;Allokation des Kapitals nach Profitabilität&quot; ausgerichtet ist?
 Menschen werden immer zu großem fähig sein, ebenso wie zu hinterhältiger Niedertracht. Wer das nicht erkennt, verkennt die menschliche Natur. Und wer ein System rein darauf aufbaut, dass keiner für sich zuviel in Anspruch nimmt, hat entweder genug Kampfkraft, und die, die doch zu gierig sind, in die Schranken zu verweisen, oder muss sich mit dem Scheitern abfinden.

 Diese von dir formulierte Theorie ist sehr nett - wenn Menschen wie Computer wären, wo der gleiche Input immer zum selber Output führt - was aber nicht der Fall ist. Insofern nimmt sie den Menschen nicht in seiner ganzen wunderbaren Komplexität wahr; sie reduziert ihn vielmehr auf ein armes Hascherl, dass nur durch seine Umgebung fremdgesteuert ist, insofern keinen eigenen Willen entfalten kann.
 Und DARUM meine ich, dass nur theoretische Bildung ein Fehler ist. Ich habe während meiner Zeit am Bezirksgericht regelmäßig mit Leuten am Amtstag zu tun gehabt, die mit Akademikern, politischen Theorien etc ungefähr genausoviel zu tun hatten, wie Strache mit Toleranz. Da gab es eine irrsinnige Vielfalt von Leuten, mit teilweise widersprechenden Persönlichkeiten. Das KANN man nicht verallgemeinern.

____________________________

 Ich formuliere eine Gegenthese: &quot;Kapitalismus ist ein Freiheitssystem&quot; - und zwar aus drei Gründen: 

Lohnarbeit
Verallgemeinerter Warentausch
Trennung von “Ökonomie” und “Politik”

 Lohnarbeit schafft Unabhängigkeit. Dadurch, dass ich nicht direkt die Früchte meiner Arbeit in leistung, sondern in einer Abstraktion (Lohn) erhalte, kann ich selber bestimmen, was ich zu meinem Leben benötige, und die entsprechenden Ausgaben tätigen. Weiters bin ich Herr über die Arbeit in dem Sinne, dass ich mehr oder weniger arbeiten kann, und genau weiß, wieviel mir dafür zusteht. Es besteht nur begrenzt Gefahr, dass ich andere ausbeute, da ich für das, was ich haben möchte, selbst arbeiten muss, insoferne einen Beitrag zu leisten habe. Je nach meinen Bedürfnissen kann ich also meine Arbeit ausrichten, und sollte ich es eben luxuriöser wollen, muss ich Wege finden, mehr Geld zu verdienen.

 Der verallgemeinerte Warenaustausch sorgt dafür, dass Preise - mehr oder weniger - stabil sind, und in einem Dorf in einem Land meine Arbeitsleistung ungefähr genausoviel wert ist, wie in einem anderen - ich laufe also nicht Gefahr, dadurch benachteiligt zu werden, am falschen Ort zu wohnen.

 Die Trennung von Ökonomie und Politik sorgt insofern für meine Freiheit, als weder meine politischen Rechte noch Pflichten an meine ökonomische Leistung gebunden sind - auch ein &quot;Armer&quot; könnte zum Bundespräsidenten kandidieren.

 So. Die gleichen drei Punkte, anders formuliert.

__________________________

 Was die Geschichte angeht - natürlich gabs da vor 1945 was. Aber die grässlichen Schlachten des 2. Weltkrieges kennt heute keiner mehr aus eigener Erfahrung. Was heute den Frieden in Europa bewahrt, ist die gegenseitige wirtschaftliche Abhöngigkeit und der - durch den Kapitalismus notwendige - ständige Austausch, der eben auch das gegenseitige Verständnis fördert. Wer reist denn am meisten, und trifft sich mit Leuten aus aller Welt? Wirtschaftstreibende. Da gibts keine Vorurteile, keinen Rassismus. 

mfg
Grummel

PS: Ah ja, nochmals kurze Kritik: Was mich grundsätzlich an den ganzen &quot;Linken&quot; Theorien stört ist die Sprache: 
&quot;Die Kapitaleigner selbst erfüllen einzig die Funktion, das Kapital nach Profitabilität zu allozieren.&quot;
 Wirklich? Echt? Sorry, aber auf der einen Seite eine &quot;Massenbewegung&quot; sein wollen, und dann so einen Stuss schreiben... Wenn ich als Jurist so einen Schriftsatz bei Gericht (sei es Urteil, sei es irgendwas anderes) schreiben würde, würde man mein Diplom in der Pfeife rauchen - einfach weil es außerhalb einer studierten Elite keiner versteht, und man gerade als Jurist verständlich für jeden sein muss, weil man eben mit Leuten aus allen Schichten zu tun hat. Alleine diese Sprache widerspricht doch allem, wofür &quot;Links&quot; steht - Massenbewegung - wie denn, wenn euch keiner versteht? Keine elitären Vereine - aber ihr selber schließt durch eure Sprache die &quot;einfachen Menschen&quot; aus. Das ist unter anderem das, was ich mit &quot;mangelnder Praxis&quot; meine.

 &quot;Die einzige Rolle derer, die das Kapital besitzen, besteht darin, dieses wieder gewinnbringend anzulegen.&quot; So. Damits auch für Nichtstudierte verständlich wird.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Andreas: Sorry, aber genau das bestätigt meine vorherige Wortspende, dass &#8211; anscheinend &#8211; Politikwissenschafter (bzw. &#8220;Linke&#8221; im weitesten Sinne des Wortes) abgehoben sind, denn diese Theorien die Du da &#8211; anscheinend ohne groß darüber nachzudenken &#8211; wiedergibst, entsprechen nicht der Wahrheit. Oder besser gesagt, nur zu einem &#8211; ganz kleinem &#8211; Teil &#8211; und ich kann das mit einem einzigen Satz belegen.</p>
<p>&#8220;Menschen sind Menschen &#8211; egal in welchem System sie leben&#8221;</p>
<p> Denke einmal darüber nach. Zu glauben, dass menschliches Handeln alleine auf dem System basiert, in dem sie leben, würde bedeuten, dass du den Menschen ihre Individualität absprichst &#8211; jeder, der die gleichen Voraussetzungen hat, soll sich gleich entwickeln &#8211; automatisch? Und jeder, der in einem kapitalistischen System aufwächst, ist hinter Profitmaximierung her? Und im Kommunismus sind dann alle glücklich, jeder leistet genausoviel wie er kann, und nimmt nur genausoviel wie er benötigt? Wenn hier jemand &#8211; bzw. eine Systemtheorie &#8211; irgendwem in ihrer Eigenständigkeit in das Denken eingreift, dann anscheined der Kommunismus und dessen Theoretiker. Menschen haben sich immer und werden sich immer irrational verhalten; es wird immer Leute geben, die andere Auffassungen haben, egal in welchem System man aufwächst, es wird Arschlöcher, Optimisten, Pessimisten, Rebellen, Kriminelle, Rücksichtslose und Bedächtige geben.</p>
<p> Auch die nette Bezeichnung &#8220;Kapitaleigner&#8221; ist nett &#8211; &#8220;Die Kapitaleigner selbst erfüllen einzig die Funktion, das Kapital nach Profitabilität zu allozieren.&#8221;. Na bam! Wer ist denn ein Kapitaleigner? Ich? Bill Gates? Ein Bauer? Oder wir alle? Gibts da eine Grenze? Und natürlich erfüllen ALLE Kapitaleigner nur die Funktion, das Kapital nach Profitabulität zu allozieren. Ohne Ausnahme.</p>
<p> Kurzer Reality-Check: Wenn das der Fall wäre &#8211; wie erklärst Du Dir Phänomene wie Spenden? Die Tatsache, dass &#8211; bereits noch VOR der Entstehung der Arbeiterbewegung &#8211; einige Industrielle ihren Arbeitern von sich aus Bildung, ordentliche Unterkünfte und Ärzte zur Verfügung stellten? Dass Bill Gates alleine wahrscheinlich mehr für Bedürftige gespendet hat, als alle Österreicher zusammen? Die Entwicklungshilfe für die Dritte Welt? Die Errichtung von Grundrechten in der furchtbar kapitalistischen EU? Wie werden Phänomene wie das Zulegen von unnötigem &#8211; Verzeihung &#8211; Klumpert erklärt, wie Porsches, Ferraris, etc, wenn doch eh alles nur auf die &#8220;Allokation des Kapitals nach Profitabilität&#8221; ausgerichtet ist?<br />
 Menschen werden immer zu großem fähig sein, ebenso wie zu hinterhältiger Niedertracht. Wer das nicht erkennt, verkennt die menschliche Natur. Und wer ein System rein darauf aufbaut, dass keiner für sich zuviel in Anspruch nimmt, hat entweder genug Kampfkraft, und die, die doch zu gierig sind, in die Schranken zu verweisen, oder muss sich mit dem Scheitern abfinden.</p>
<p> Diese von dir formulierte Theorie ist sehr nett &#8211; wenn Menschen wie Computer wären, wo der gleiche Input immer zum selber Output führt &#8211; was aber nicht der Fall ist. Insofern nimmt sie den Menschen nicht in seiner ganzen wunderbaren Komplexität wahr; sie reduziert ihn vielmehr auf ein armes Hascherl, dass nur durch seine Umgebung fremdgesteuert ist, insofern keinen eigenen Willen entfalten kann.<br />
 Und DARUM meine ich, dass nur theoretische Bildung ein Fehler ist. Ich habe während meiner Zeit am Bezirksgericht regelmäßig mit Leuten am Amtstag zu tun gehabt, die mit Akademikern, politischen Theorien etc ungefähr genausoviel zu tun hatten, wie Strache mit Toleranz. Da gab es eine irrsinnige Vielfalt von Leuten, mit teilweise widersprechenden Persönlichkeiten. Das KANN man nicht verallgemeinern.</p>
<p>____________________________</p>
<p> Ich formuliere eine Gegenthese: &#8220;Kapitalismus ist ein Freiheitssystem&#8221; &#8211; und zwar aus drei Gründen: </p>
<p>Lohnarbeit<br />
Verallgemeinerter Warentausch<br />
Trennung von “Ökonomie” und “Politik”</p>
<p> Lohnarbeit schafft Unabhängigkeit. Dadurch, dass ich nicht direkt die Früchte meiner Arbeit in leistung, sondern in einer Abstraktion (Lohn) erhalte, kann ich selber bestimmen, was ich zu meinem Leben benötige, und die entsprechenden Ausgaben tätigen. Weiters bin ich Herr über die Arbeit in dem Sinne, dass ich mehr oder weniger arbeiten kann, und genau weiß, wieviel mir dafür zusteht. Es besteht nur begrenzt Gefahr, dass ich andere ausbeute, da ich für das, was ich haben möchte, selbst arbeiten muss, insoferne einen Beitrag zu leisten habe. Je nach meinen Bedürfnissen kann ich also meine Arbeit ausrichten, und sollte ich es eben luxuriöser wollen, muss ich Wege finden, mehr Geld zu verdienen.</p>
<p> Der verallgemeinerte Warenaustausch sorgt dafür, dass Preise &#8211; mehr oder weniger &#8211; stabil sind, und in einem Dorf in einem Land meine Arbeitsleistung ungefähr genausoviel wert ist, wie in einem anderen &#8211; ich laufe also nicht Gefahr, dadurch benachteiligt zu werden, am falschen Ort zu wohnen.</p>
<p> Die Trennung von Ökonomie und Politik sorgt insofern für meine Freiheit, als weder meine politischen Rechte noch Pflichten an meine ökonomische Leistung gebunden sind &#8211; auch ein &#8220;Armer&#8221; könnte zum Bundespräsidenten kandidieren.</p>
<p> So. Die gleichen drei Punkte, anders formuliert.</p>
<p>__________________________</p>
<p> Was die Geschichte angeht &#8211; natürlich gabs da vor 1945 was. Aber die grässlichen Schlachten des 2. Weltkrieges kennt heute keiner mehr aus eigener Erfahrung. Was heute den Frieden in Europa bewahrt, ist die gegenseitige wirtschaftliche Abhöngigkeit und der &#8211; durch den Kapitalismus notwendige &#8211; ständige Austausch, der eben auch das gegenseitige Verständnis fördert. Wer reist denn am meisten, und trifft sich mit Leuten aus aller Welt? Wirtschaftstreibende. Da gibts keine Vorurteile, keinen Rassismus. </p>
<p>mfg<br />
Grummel</p>
<p>PS: Ah ja, nochmals kurze Kritik: Was mich grundsätzlich an den ganzen &#8220;Linken&#8221; Theorien stört ist die Sprache:<br />
&#8220;Die Kapitaleigner selbst erfüllen einzig die Funktion, das Kapital nach Profitabilität zu allozieren.&#8221;<br />
 Wirklich? Echt? Sorry, aber auf der einen Seite eine &#8220;Massenbewegung&#8221; sein wollen, und dann so einen Stuss schreiben&#8230; Wenn ich als Jurist so einen Schriftsatz bei Gericht (sei es Urteil, sei es irgendwas anderes) schreiben würde, würde man mein Diplom in der Pfeife rauchen &#8211; einfach weil es außerhalb einer studierten Elite keiner versteht, und man gerade als Jurist verständlich für jeden sein muss, weil man eben mit Leuten aus allen Schichten zu tun hat. Alleine diese Sprache widerspricht doch allem, wofür &#8220;Links&#8221; steht &#8211; Massenbewegung &#8211; wie denn, wenn euch keiner versteht? Keine elitären Vereine &#8211; aber ihr selber schließt durch eure Sprache die &#8220;einfachen Menschen&#8221; aus. Das ist unter anderem das, was ich mit &#8220;mangelnder Praxis&#8221; meine.</p>
<p> &#8220;Die einzige Rolle derer, die das Kapital besitzen, besteht darin, dieses wieder gewinnbringend anzulegen.&#8221; So. Damits auch für Nichtstudierte verständlich wird.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Andreas Exner</title>
		<link>http://www.social-innovation.org/?p=1296&#038;cpage=1#comment-2465</link>
		<dc:creator>Andreas Exner</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 17:17:36 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.social-innovation.org/?p=1296#comment-2465</guid>
		<description>@Kapitalismusfrage

Ich beschränke mich hier auf dieses Thema, aus Zeitgründen. Vor allem aber, weil ich nach wie vor den Eindruck habe, dass ein paar Missverständnisse eine Debatte erschweren.

Zuerst einmal die Frage nach dem Kommunismus.

Man kann den Begriff frei nach Marx fassen: &quot;Allen nach ihren Bedürfnissen, alle nach ihren Fähigkeiten&quot;. Marx selbst hat den Begriff auch anders verwendet, und zwar in einem dynamischen Sinn: &quot;Kommunismus ist die wirkliche Bewegung, die die gegenwärtigen Zustände aufhebt&quot;.

Das hat mit Pol Pot nichts zu tun.

Weiters muss man immer wieder betonen, dass der Kapitalismus eine Herrschaftsform ist. Herrschaft aber ist weit älter als der Kapitalismus. Die Besonderheit des letzteren besteht darin, dass Herrschaft versachlicht, mittelbar wird - daher auch die systemimmanent berechtigte Rede vom &quot;Sachzwang&quot;.

Was ist Kapitalismus - historisch unterscheidet sich diese Produktionsweise, die andere Produktionsweisen weitgehend verdrängt hat, z.T. aber auf sie angewiesen bleibt (z.B. Reproduktion im Haushalt) durch 3 Aspekte:

Lohnarbeit
Verallgemeinerter Warentausch
Trennung von &quot;Ökonomie&quot; und &quot;Politik&quot;

Das einzige systemimmanente Kriterium für das &quot;Funktionieren&quot; des Kapitalismus ist der Profit - wird kein Profit produziert, so wird gar nicht produziert (im Regelfall). Je mehr Profit desto besser.

Das ist in einer kapitalistischen Produktionsweise (siehe die 3 Aspekte oben) nicht anders denkbar und nicht anders möglich. Die Struktur &quot;Warentausch&quot; erzwingt Maximierung von Geldüberschüssen und diese Maximierung ist auch das einzig mögliche Maß von Erfolg darin.

Das Problem dabei ist, dass die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse nicht das Ziel ist. Was keinen Profit produziert, wird nicht produziert; demgegenüber bleiben massenhaft Bedürfnisse unentwickelt und unbefriedigt, obwohl sie rein stofflich betrachtet befriedigt und entwickelt werden könnten.

Der Zwang und Drang zur Profitmaximierung zerstört auch die Natur. Sie geht niemals in ihrer Eigenständigkeit in das Denken der Akteure ein, sondern lediglich als etwas, das auszubeuten und zu beherrschen ist.

Mit Leistung hat der Profit nur insoweit zu tun, als er auf Ausbeutung lebendiger Arbeit beruht. Das Management hat lediglich die Aufgabe, diese Leistung aus den anderen Lohnabhängigen auszupressen, sie zu kontrollieren und ihren Widerstand zu kanalisieren. Die Kapitaleigner selbst erfüllen einzig die Funktion, das Kapital nach Profitabilität zu allozieren.

Mit einer sinnvollen &quot;Leistung&quot; im Sinn menschlicher Bedürfnisentwicklung und -befriedigung hat das nichts zu tun.

Was das Thema Krieg angeht, so halte ich es für ganz inadäquat so zu tun als begänne die Geschichte erst mit 1945. Selbstverständlich beruht das, was nach 1945 kam auf dem was vorher war, id est dem gräßlichsten Schlachten, das in der Tat die Menschheit je gesehen hat. Damit erübrigt sich der Vergleich, welche Herrschaftsweise nun &quot;besser&quot; gewesen sei. Inzwischen ist die Herrschaft soweit gekommen, den Planeten selbst atomar auszulöschen und per Abfall (Emissionen) weitgehend unbewohnbar zu machen.

Ein Erfolg?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Kapitalismusfrage</p>
<p>Ich beschränke mich hier auf dieses Thema, aus Zeitgründen. Vor allem aber, weil ich nach wie vor den Eindruck habe, dass ein paar Missverständnisse eine Debatte erschweren.</p>
<p>Zuerst einmal die Frage nach dem Kommunismus.</p>
<p>Man kann den Begriff frei nach Marx fassen: &#8220;Allen nach ihren Bedürfnissen, alle nach ihren Fähigkeiten&#8221;. Marx selbst hat den Begriff auch anders verwendet, und zwar in einem dynamischen Sinn: &#8220;Kommunismus ist die wirkliche Bewegung, die die gegenwärtigen Zustände aufhebt&#8221;.</p>
<p>Das hat mit Pol Pot nichts zu tun.</p>
<p>Weiters muss man immer wieder betonen, dass der Kapitalismus eine Herrschaftsform ist. Herrschaft aber ist weit älter als der Kapitalismus. Die Besonderheit des letzteren besteht darin, dass Herrschaft versachlicht, mittelbar wird &#8211; daher auch die systemimmanent berechtigte Rede vom &#8220;Sachzwang&#8221;.</p>
<p>Was ist Kapitalismus &#8211; historisch unterscheidet sich diese Produktionsweise, die andere Produktionsweisen weitgehend verdrängt hat, z.T. aber auf sie angewiesen bleibt (z.B. Reproduktion im Haushalt) durch 3 Aspekte:</p>
<p>Lohnarbeit<br />
Verallgemeinerter Warentausch<br />
Trennung von &#8220;Ökonomie&#8221; und &#8220;Politik&#8221;</p>
<p>Das einzige systemimmanente Kriterium für das &#8220;Funktionieren&#8221; des Kapitalismus ist der Profit &#8211; wird kein Profit produziert, so wird gar nicht produziert (im Regelfall). Je mehr Profit desto besser.</p>
<p>Das ist in einer kapitalistischen Produktionsweise (siehe die 3 Aspekte oben) nicht anders denkbar und nicht anders möglich. Die Struktur &#8220;Warentausch&#8221; erzwingt Maximierung von Geldüberschüssen und diese Maximierung ist auch das einzig mögliche Maß von Erfolg darin.</p>
<p>Das Problem dabei ist, dass die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse nicht das Ziel ist. Was keinen Profit produziert, wird nicht produziert; demgegenüber bleiben massenhaft Bedürfnisse unentwickelt und unbefriedigt, obwohl sie rein stofflich betrachtet befriedigt und entwickelt werden könnten.</p>
<p>Der Zwang und Drang zur Profitmaximierung zerstört auch die Natur. Sie geht niemals in ihrer Eigenständigkeit in das Denken der Akteure ein, sondern lediglich als etwas, das auszubeuten und zu beherrschen ist.</p>
<p>Mit Leistung hat der Profit nur insoweit zu tun, als er auf Ausbeutung lebendiger Arbeit beruht. Das Management hat lediglich die Aufgabe, diese Leistung aus den anderen Lohnabhängigen auszupressen, sie zu kontrollieren und ihren Widerstand zu kanalisieren. Die Kapitaleigner selbst erfüllen einzig die Funktion, das Kapital nach Profitabilität zu allozieren.</p>
<p>Mit einer sinnvollen &#8220;Leistung&#8221; im Sinn menschlicher Bedürfnisentwicklung und -befriedigung hat das nichts zu tun.</p>
<p>Was das Thema Krieg angeht, so halte ich es für ganz inadäquat so zu tun als begänne die Geschichte erst mit 1945. Selbstverständlich beruht das, was nach 1945 kam auf dem was vorher war, id est dem gräßlichsten Schlachten, das in der Tat die Menschheit je gesehen hat. Damit erübrigt sich der Vergleich, welche Herrschaftsweise nun &#8220;besser&#8221; gewesen sei. Inzwischen ist die Herrschaft soweit gekommen, den Planeten selbst atomar auszulöschen und per Abfall (Emissionen) weitgehend unbewohnbar zu machen.</p>
<p>Ein Erfolg?</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Grummelbart</title>
		<link>http://www.social-innovation.org/?p=1296&#038;cpage=1#comment-2464</link>
		<dc:creator>Grummelbart</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 15:50:32 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.social-innovation.org/?p=1296#comment-2464</guid>
		<description>@Estela: Mit &quot;Teil Europas&quot; meinte ich &quot;West&quot;-Europa - also die Mitglieder des Europarates, den allgemein &quot;demokratischen&quot; - im Gegensatz zum kommunistischen - Teil Europas. 
 Die Sache mit den Kolonien war mir neu (Kunststück, als Österreicher lernt man nicht viel darüber); ändert aber nichts am Kern der Aussage - im kernland Europa gibts durchgehend Frieden seit dem 2. Weltkrieg (Europarat-bzw. EU-Mitglieder). RAF und IRA zähle ich nicht zu &quot;Krieg&quot;, das sind kriminelle Bombenleger. Wobei ich dir Recht gebe; Friede ist mehr als nur &quot;Nicht-Krieg&quot;; allerdings wirds immer Verbrechen, Terror in der einen oder anderen Form und einfach - Verzeihung - Vollkoffer geben, die es krachen lassen wollen.

 Bildung ist ein weiter Begriff; mit dem &quot;gleichen Zugang&quot; gebe ich dir Recht - allerdings unter einer Prämisse: Unterscheiden von &quot;Volksbildung&quot; und &quot;Bildung an Universitäten&quot; - was uns zum Thema &quot;Universitäten&quot; zurückbringt.

Gleiches Recht auf Zugang zu Universitäten - aber im Sinne von &quot;wenn Beschränkungen, dann für alle gleich&quot;. Insofern scheiden nur finanzielle Beschränkungen aus, da so auch die reiche Dumpfbacke studieren kann. Was spricht gegen eine Studieneingangsphase, in der es eine Studieneignungsprüfung gibt? Es liegt in der Natur des Menschen, nicht alles gleich gut zu können - ich bin eine geographische Null, und würde mich in meinem eigenen Dorf verlaufen; Dafür kann ich gut mit Gesetzen. Dann macht ja auch ein &quot;Studentengehalt&quot; Sinn - wenn man weiß, dass derjenige das Zeug hat, es zu schaffen, dann kann man auch fördern. Und die Qualität des Studiums würde steigen - erstens weniger Leute, zweitens würden dann die Leute drinnen sitzen, die mit dem Stoff auch mitkommen.

 Kriminell und nicht zu verantworten wäre es hingegen, den Zugang zu Bildung generell einer Quote zu unterwerfen - aber das passiert ja nicht. Wie oben ausgeführt, jeder kann sich bilden - dazu braucht man keine Uni. Wenn man nur sein Allgemeinwissen auffrischen will, dann kann man das auch ohne Universität. Universität, das war immer Bildung - aber VERBUNDEN mit Ausbildung und Forschung. Und wir sind uns wohl beide einig, dass wir keine &quot;Dumpfbacke&quot; als Arzt oder Forscher in der Medizin wollen.

 Das hat nichts im &quot;Elitendenken&quot; zu tun. Jeder soll eine Chance haben, das zu machen, was er will - aber wie überall gibt es Leute, die das Zeug dazu haben, und welche, bei denen das nicht der Fall ist. Die Chance soll jeder bekommen - und wenn man das früh auslotet, können die, die durchkommen, besser studieren, und die, die es nicht schaffen, sich rechtzeitig was Neues suchen.

 Was die Studienrichtungen angeht - ja, stimmt. Int. Entwicklung hab ich doch glatt vergessen ;-)
 
 Dass das Problem im Kern ein ideologisches ist, stimmt imo nur zum Teil. Die Grundforderung (besseres Studieren!) geht quer durch alle Lager, dadurch, dass erst die Ideologie ins Spiel kommt, wirds haarig. Aber es ist verständlich, dass jeder für seine Ideologie eintritt.
 Ich tue mir halt nur schwer, wenn das derzeitige System als &quot;beschränkend&quot; betrachtet wird, wenn jeder ja sagen kann, was er will, tun kann, was er will, und unzählige Möglichkeiten hat. Im Kommunisten-kuschelparadies sehe ich diese Möglichkeiten beispielsweise nicht. Ich darf nicht: Arschlochsein, egoistisch sein, auf andere pfeifen, einfach mal für mich selber arbeiten, mein eigenes Haus bauen...
 Wenn man die Schnauze vom Kapitalismus zB voll hat (was ja auch manchmal verständlich ist), kann man aussteigen - aufs Land ziehen, da gibts sicher einen Bauern, bei dem man für Arbeit Unterschlupf finden kann. Oder mit Gleichgesinnten einen Selbstversorgerbetrieb am Land gründen, etc. All das hat man in anderen Systemen nicht.

 Und die Manipulation durch das System... naja, der Punkt ist ja: Kapitalismus: Viele Anbieter, Konsumenten suchen sichd as beste Produkt raus - was ja einen Wettbewerb voraussetzt. Insofern gibts eigentlich kein &quot;System&quot;, dass dich manipulieren kann. Stimmt schon, medienmässig ists vielleicht nicht 100%ig okay (diverse große Firmen ec) - aber wieder: internet, Twitter, etc. Man kann sich informieren, man braucht halt eine gesunde Portion Skepsis und mehr als eine Informationsquelle.

 Letzter Absatz: Volle Zustimmung. Mein Auslandsaufenthalt war echt eine Erleuchtung - sollte für alle Österreicher verpflichtend sein ;-)

 @Andreas:
 Klar hats den Kommunismus noch nie gegeben - aber genug - Verzeihung - Irre haben versucht, ihn umzusetzen: mit Machete, AK 47 oder Knüppel. Und was die kriegerischen Tendenzen der Nationalstaaten angeht: Gabs auch schon lange vorher: Mittelalter (quasi Dauerkriegszustand), Griechenland, etc. Vor der extremen kapitalisierung nach dem 2. Weltkrieg war Europa selber quasi im Dauerkrieg mit sich selbst (das gemeinsame euriopäische Erbe besteht im Prinzip aus zwei Jahrtausenden des miteinander Kriegführen). Seitdem? Quasi nichts mehr.

 Ah ja: Deiner Meinung nach das einzige Kriterium des Funktionierens im Kapitalismus (der Profit) hat den logischen Schluss, dass Rasse, Geschlecht, Religion unwichtig sind - weil eben nur der Mensch und dessen Leistung zählt. Also, so betrachtet, auch wieder nicht schlecht, oder? ^^

Mehr später

mfg
Grummel

PS: He, das hier macht Spaß. Echt. Habe sonst nur mit Juristen zu tun, da ist das hier erfrischendes Neuland. Genieße den offenen Gedankenaustausch wirklich</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Estela: Mit &#8220;Teil Europas&#8221; meinte ich &#8220;West&#8221;-Europa &#8211; also die Mitglieder des Europarates, den allgemein &#8220;demokratischen&#8221; &#8211; im Gegensatz zum kommunistischen &#8211; Teil Europas.<br />
 Die Sache mit den Kolonien war mir neu (Kunststück, als Österreicher lernt man nicht viel darüber); ändert aber nichts am Kern der Aussage &#8211; im kernland Europa gibts durchgehend Frieden seit dem 2. Weltkrieg (Europarat-bzw. EU-Mitglieder). RAF und IRA zähle ich nicht zu &#8220;Krieg&#8221;, das sind kriminelle Bombenleger. Wobei ich dir Recht gebe; Friede ist mehr als nur &#8220;Nicht-Krieg&#8221;; allerdings wirds immer Verbrechen, Terror in der einen oder anderen Form und einfach &#8211; Verzeihung &#8211; Vollkoffer geben, die es krachen lassen wollen.</p>
<p> Bildung ist ein weiter Begriff; mit dem &#8220;gleichen Zugang&#8221; gebe ich dir Recht &#8211; allerdings unter einer Prämisse: Unterscheiden von &#8220;Volksbildung&#8221; und &#8220;Bildung an Universitäten&#8221; &#8211; was uns zum Thema &#8220;Universitäten&#8221; zurückbringt.</p>
<p>Gleiches Recht auf Zugang zu Universitäten &#8211; aber im Sinne von &#8220;wenn Beschränkungen, dann für alle gleich&#8221;. Insofern scheiden nur finanzielle Beschränkungen aus, da so auch die reiche Dumpfbacke studieren kann. Was spricht gegen eine Studieneingangsphase, in der es eine Studieneignungsprüfung gibt? Es liegt in der Natur des Menschen, nicht alles gleich gut zu können &#8211; ich bin eine geographische Null, und würde mich in meinem eigenen Dorf verlaufen; Dafür kann ich gut mit Gesetzen. Dann macht ja auch ein &#8220;Studentengehalt&#8221; Sinn &#8211; wenn man weiß, dass derjenige das Zeug hat, es zu schaffen, dann kann man auch fördern. Und die Qualität des Studiums würde steigen &#8211; erstens weniger Leute, zweitens würden dann die Leute drinnen sitzen, die mit dem Stoff auch mitkommen.</p>
<p> Kriminell und nicht zu verantworten wäre es hingegen, den Zugang zu Bildung generell einer Quote zu unterwerfen &#8211; aber das passiert ja nicht. Wie oben ausgeführt, jeder kann sich bilden &#8211; dazu braucht man keine Uni. Wenn man nur sein Allgemeinwissen auffrischen will, dann kann man das auch ohne Universität. Universität, das war immer Bildung &#8211; aber VERBUNDEN mit Ausbildung und Forschung. Und wir sind uns wohl beide einig, dass wir keine &#8220;Dumpfbacke&#8221; als Arzt oder Forscher in der Medizin wollen.</p>
<p> Das hat nichts im &#8220;Elitendenken&#8221; zu tun. Jeder soll eine Chance haben, das zu machen, was er will &#8211; aber wie überall gibt es Leute, die das Zeug dazu haben, und welche, bei denen das nicht der Fall ist. Die Chance soll jeder bekommen &#8211; und wenn man das früh auslotet, können die, die durchkommen, besser studieren, und die, die es nicht schaffen, sich rechtzeitig was Neues suchen.</p>
<p> Was die Studienrichtungen angeht &#8211; ja, stimmt. Int. Entwicklung hab ich doch glatt vergessen ;-)</p>
<p> Dass das Problem im Kern ein ideologisches ist, stimmt imo nur zum Teil. Die Grundforderung (besseres Studieren!) geht quer durch alle Lager, dadurch, dass erst die Ideologie ins Spiel kommt, wirds haarig. Aber es ist verständlich, dass jeder für seine Ideologie eintritt.<br />
 Ich tue mir halt nur schwer, wenn das derzeitige System als &#8220;beschränkend&#8221; betrachtet wird, wenn jeder ja sagen kann, was er will, tun kann, was er will, und unzählige Möglichkeiten hat. Im Kommunisten-kuschelparadies sehe ich diese Möglichkeiten beispielsweise nicht. Ich darf nicht: Arschlochsein, egoistisch sein, auf andere pfeifen, einfach mal für mich selber arbeiten, mein eigenes Haus bauen&#8230;<br />
 Wenn man die Schnauze vom Kapitalismus zB voll hat (was ja auch manchmal verständlich ist), kann man aussteigen &#8211; aufs Land ziehen, da gibts sicher einen Bauern, bei dem man für Arbeit Unterschlupf finden kann. Oder mit Gleichgesinnten einen Selbstversorgerbetrieb am Land gründen, etc. All das hat man in anderen Systemen nicht.</p>
<p> Und die Manipulation durch das System&#8230; naja, der Punkt ist ja: Kapitalismus: Viele Anbieter, Konsumenten suchen sichd as beste Produkt raus &#8211; was ja einen Wettbewerb voraussetzt. Insofern gibts eigentlich kein &#8220;System&#8221;, dass dich manipulieren kann. Stimmt schon, medienmässig ists vielleicht nicht 100%ig okay (diverse große Firmen ec) &#8211; aber wieder: internet, Twitter, etc. Man kann sich informieren, man braucht halt eine gesunde Portion Skepsis und mehr als eine Informationsquelle.</p>
<p> Letzter Absatz: Volle Zustimmung. Mein Auslandsaufenthalt war echt eine Erleuchtung &#8211; sollte für alle Österreicher verpflichtend sein ;-)</p>
<p> @Andreas:<br />
 Klar hats den Kommunismus noch nie gegeben &#8211; aber genug &#8211; Verzeihung &#8211; Irre haben versucht, ihn umzusetzen: mit Machete, AK 47 oder Knüppel. Und was die kriegerischen Tendenzen der Nationalstaaten angeht: Gabs auch schon lange vorher: Mittelalter (quasi Dauerkriegszustand), Griechenland, etc. Vor der extremen kapitalisierung nach dem 2. Weltkrieg war Europa selber quasi im Dauerkrieg mit sich selbst (das gemeinsame euriopäische Erbe besteht im Prinzip aus zwei Jahrtausenden des miteinander Kriegführen). Seitdem? Quasi nichts mehr.</p>
<p> Ah ja: Deiner Meinung nach das einzige Kriterium des Funktionierens im Kapitalismus (der Profit) hat den logischen Schluss, dass Rasse, Geschlecht, Religion unwichtig sind &#8211; weil eben nur der Mensch und dessen Leistung zählt. Also, so betrachtet, auch wieder nicht schlecht, oder? ^^</p>
<p>Mehr später</p>
<p>mfg<br />
Grummel</p>
<p>PS: He, das hier macht Spaß. Echt. Habe sonst nur mit Juristen zu tun, da ist das hier erfrischendes Neuland. Genieße den offenen Gedankenaustausch wirklich</p>
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