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	<title>Kommentare zu: Unsichtbare Intelligenz &#8211; Buchankündigung</title>
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	<description>Gegen Wirtschaftswachstum!</description>
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		<title>Von: Franz Nahrada</title>
		<link>http://www.social-innovation.org/?p=1403&#038;cpage=1#comment-2510</link>
		<dc:creator>Franz Nahrada</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 10:18:00 +0000</pubDate>
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		<description>Vorweg schon mal: Vielleicht muss ich das klarer ausdrücken, denn das Wort &quot;normativ&quot; hat so seine Tücken.

1. Im Prinzip ist die Geistes- und Gesellschaftswissenschaft ja ein lebender Widerspruch, denn in den gesellschaftlichen Gegenständen soll ja unsere eigene Identität liegen. Wenn uns diese fremd und zum Forschungsobjekt geworden sind, kann eine Wissenschaft nicht umhin die Frage zu stellen &quot;warum ist das so?&quot; - sie muss sich also, wie Wolfram Pfreundschuh das ausgedrückt hat, &quot;gegen sich selbst wenden&quot;.

2. Das tut aber auch die Aufklärung nicht, die sozusagen die Mutter der modernen Wissenschaft ist. Sie hat sich ihr Existenzrecht erkauft, indem sie das Normierungsmonopol den Theologen überließ und ihren Gegenstand als &quot;Res&quot; bezeichnete, als Sache, entweder &quot;Res Extensa&quot; oder &quot;Res Cogitans&quot;. Diese Versachlichung des Gesellschaftlichen, die Verwandlung in zweite Natur, war der Preis den die Wissenschaft zahlte für ihre Anerkennung. Als dann die Kirche wegfiel, wurde die Konstruktion nicht mehr revidiert - das tun erst heute Leute wie Christopher Alexander - und stattdessen ein sekundäres Deutungsmonopol basierend auf &quot;Sachzwanghaftigkeit&quot; etabliert. Das ist die etwas verrückte Geschäftsgrundlage der gesamten modernen Wissenschaft und ich bin gerne bereit, an einzelnen Fällen den Beweis für diese &quot;Hypothese&quot; anzutreten.

3. Das Buch, wenn Du es genau liest, enthält auch eine Würdigung und Ehrenrettung des Konstruktivismus in Gestalt von Nicole Lieger, das ist mir keineswegs zufällig passiert. Nur saollte man Konstruktivismus dort anwenden, wo es um Konstruktion geht, das ist mein simples Argument. Näheres folgt!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Vorweg schon mal: Vielleicht muss ich das klarer ausdrücken, denn das Wort &#8220;normativ&#8221; hat so seine Tücken.</p>
<p>1. Im Prinzip ist die Geistes- und Gesellschaftswissenschaft ja ein lebender Widerspruch, denn in den gesellschaftlichen Gegenständen soll ja unsere eigene Identität liegen. Wenn uns diese fremd und zum Forschungsobjekt geworden sind, kann eine Wissenschaft nicht umhin die Frage zu stellen &#8220;warum ist das so?&#8221; &#8211; sie muss sich also, wie Wolfram Pfreundschuh das ausgedrückt hat, &#8220;gegen sich selbst wenden&#8221;.</p>
<p>2. Das tut aber auch die Aufklärung nicht, die sozusagen die Mutter der modernen Wissenschaft ist. Sie hat sich ihr Existenzrecht erkauft, indem sie das Normierungsmonopol den Theologen überließ und ihren Gegenstand als &#8220;Res&#8221; bezeichnete, als Sache, entweder &#8220;Res Extensa&#8221; oder &#8220;Res Cogitans&#8221;. Diese Versachlichung des Gesellschaftlichen, die Verwandlung in zweite Natur, war der Preis den die Wissenschaft zahlte für ihre Anerkennung. Als dann die Kirche wegfiel, wurde die Konstruktion nicht mehr revidiert &#8211; das tun erst heute Leute wie Christopher Alexander &#8211; und stattdessen ein sekundäres Deutungsmonopol basierend auf &#8220;Sachzwanghaftigkeit&#8221; etabliert. Das ist die etwas verrückte Geschäftsgrundlage der gesamten modernen Wissenschaft und ich bin gerne bereit, an einzelnen Fällen den Beweis für diese &#8220;Hypothese&#8221; anzutreten.</p>
<p>3. Das Buch, wenn Du es genau liest, enthält auch eine Würdigung und Ehrenrettung des Konstruktivismus in Gestalt von Nicole Lieger, das ist mir keineswegs zufällig passiert. Nur saollte man Konstruktivismus dort anwenden, wo es um Konstruktion geht, das ist mein simples Argument. Näheres folgt!</p>
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		<title>Von: Christian Lauk</title>
		<link>http://www.social-innovation.org/?p=1403&#038;cpage=1#comment-2509</link>
		<dc:creator>Christian Lauk</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 09:53:53 +0000</pubDate>
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		<description>Ich hab das Buch begonnen zu lesen und find&#039;s sehr spannend! Bei Gelegenheit will ich ausführlicher vor allem auf den Beitrag von Christian Christiansen eingehen, der mir Gelegenheit gibt, den radikalen Konstruktivismus gegen den Vorwurf zu verteidigen, dass er zur Beliebigkeit führen würde.

Kurz vorweg schonmal folgender Kritikpunkt, der in die Richtung weist, die ich einschlagen würde. Du schreibst: &quot;Theorie, die ihren Anspruch auf Wahrheit und ihre Kopplung mit einem normativen Lebensentwurf aufgibt, landet nicht nur in dogmatischer Skepsis [...]&quot;

Ich behaupte, in der gleichzeitigen Forderung eines Wahrheitsanspruchs und der Kopplung von Theorie mit einem normativen Lebensentwurf steckt ein Widerspruch. Ich stimme letzterem voll und ganz zu, also dem, dass Theorie immer mit normativen Elementen verknüpft ist, verknüpft sein muss, ob sie sich dessen bewusst ist oder nicht (besonders schlimm wird&#039;s nämlich dann, wenn sie sich dessen nicht bewusst ist). Aber genau deshalb kann sie nicht wahr in einem objektiven Sinn sein, sondern nur viabel im Rahmen eines bestimmten Kontexts (also bestimmter normativer Annahmen, Ziele, Umwelten). Klarerweise stellt sich dann die Frage: Auf welcher Grundlage kann ich eine Theorie kritisieren? Fortsetzung folgt...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hab das Buch begonnen zu lesen und find&#8217;s sehr spannend! Bei Gelegenheit will ich ausführlicher vor allem auf den Beitrag von Christian Christiansen eingehen, der mir Gelegenheit gibt, den radikalen Konstruktivismus gegen den Vorwurf zu verteidigen, dass er zur Beliebigkeit führen würde.</p>
<p>Kurz vorweg schonmal folgender Kritikpunkt, der in die Richtung weist, die ich einschlagen würde. Du schreibst: &#8220;Theorie, die ihren Anspruch auf Wahrheit und ihre Kopplung mit einem normativen Lebensentwurf aufgibt, landet nicht nur in dogmatischer Skepsis [...]&#8221;</p>
<p>Ich behaupte, in der gleichzeitigen Forderung eines Wahrheitsanspruchs und der Kopplung von Theorie mit einem normativen Lebensentwurf steckt ein Widerspruch. Ich stimme letzterem voll und ganz zu, also dem, dass Theorie immer mit normativen Elementen verknüpft ist, verknüpft sein muss, ob sie sich dessen bewusst ist oder nicht (besonders schlimm wird&#8217;s nämlich dann, wenn sie sich dessen nicht bewusst ist). Aber genau deshalb kann sie nicht wahr in einem objektiven Sinn sein, sondern nur viabel im Rahmen eines bestimmten Kontexts (also bestimmter normativer Annahmen, Ziele, Umwelten). Klarerweise stellt sich dann die Frage: Auf welcher Grundlage kann ich eine Theorie kritisieren? Fortsetzung folgt&#8230;</p>
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