Vivir Bien – Gut leben! Brief aus Bolivien und Ecuador (II)

Pacha Mama und die Wuerde der Menschen

von Veronika Bennholdt-Thomsen (Okt./Nov.2011)

Seit 2007 und 2008 haben Bolivien und Ecuador neue Verfassungen, in denen “gut leben” (vivir bien) und die “Rechte der Natur” (Pacha Mama) als Inhalte dieses neuen staatlichen Gesellschaftsvertrags festgeschrieben sind. Er knuepft explizit an die Weltsicht, die „cosmovisión“ der indigenen Voelker an. Einige Wochen schon reise ich nun durch die beiden Laender. An Bolivien beeindrucken mich die Diskussionen, die auf allen Ebenen mit dem Ziel gefuehrt werden, den gesellschaftlichen Veraenderungsprozess voranzutreiben  – privat und oeffentlich, auf dem Land und in der Stadt, in den Organisationen wie in den Medien. Diese bewusste breite Teilhabe findet in Ecuador nicht statt. Ein Grund liegt sicherlich darin, dass in Bolivien ueber die Haelfte der Bevoelkerung Indigene sind und sich auch als solche verstehen, wohingegen der Anteil in Ecuador wesentlich niedriger liegt. Eine statistische Befragung zur Selbsteinschaetzung der Volkszugehoerigkeit fuehrte hier zu einem Ergebnis von nur 7% Indigene an der Gesamtbevoelkerung. Sie soll allerdings mit irrefuehrenden, suggestiven Fragen durchgefuehrt worden sein. Laut der indigenen Organisationen betraegt der Anteil der originaeren Bevoelkerung in Ecuador 30%.

In diesem zweiten Brief beziehe ich mich auf Bolivien und gehe der Frage nach, was den “proceso social”, der dort auffallend bewusst gefuehrt wird, so bedeutend macht.

Das kann niemand mehr nehmen!

Was auch immer die politische und oekonomische Entwicklung in Bolivien bringen wird, eines kann niemand mehr nehmen: Den Stolz der indigenen Voelker auf ihre Herkunft, ihr Wissen und auf ihre Weltsicht (cosmovisión). Der Meinung sind ungeteilt alle Beteiligten und BeobachterInnen der Ereignisse in Bolivien. Letztlich ist es genau dieses, die interne Entkolonisierung, die mit dem „proceso social“ gemeint ist. Deshalb nenne ich die neue Verfassung Boliviens auch einen neuen „staatlichen Gesellschaftsvertrag“.

Damit ist ein historischer Schritt grosser Reichweite getan: Die psychischen Folgen der kolonialen Erniedrigung koennen beginnen zu vernarben. Das Ende der geistig-seelischen Unterwerfung ist gekommen. Auch Javier Medina, der bolivianische Philosoph der beiden Welten, der „okzidentalen“ und der „amerindischen“, sieht eine neue Epoche heraufziehen. Die alte, immer noch herrschende, ist die der „die Menschheit erschuetternden Kriege, die zwischen den Soehnen Abrahams untereinander gefuehrt werden: im Nahen Orient, oder gegen die Animisten: die Kolonisierung und die Entwicklungshilfe: ihre Koerper toetend und ihren Seelen Gewalt antuend“.[1]

Bei den ueberbordenden Freudenfeiern anlaesslich der Verabschiedung der neuen Verfassung wurde von den Menschen auf den Strassen insbesonders eines gefeiert, die Anerkennung der „Plurinationalitaet“ des bolivianischen Staates (estado plurinacional). Sie impliziert vor allem zweierlei. Zum einen signalisiert sie, dass die zwanghafte Gleichschaltung des Denkens, der Sprache und des wirtschaftlichen Planens zuende geht. Artikel 1 der Verfassung lautet: “Der Staat beruht auf der Vielfalt und zwar der politischen, oekonomischen, juridischen, kulturellen und sprachlichen Vielfaeltigkeit innerhalb eines integrierenden Prozesses“[2]. Zum anderen, dass der Zugang zum Land und die Weise des Umgangs mit der Erde und dem Territorium (Besitzformen, Nutzungsweise) entsprechend der eigenen, indigenen gewohnheitsrechtlichen Herangehensweise gestaltet werden koennen.[3]

Politische Veraenderungen? Veraenderungen der Politik!

Obwohl die Autonomie im Umgang mit der Erde und dem Territorium ein zentrales Anliegen des indigenen Praesidenten Evo Morales war, hat seine Regierung in diesem Jahr 2011 genau dagegen verstoßen – und dafuer die Quittung erhalten. Man plante eine Ueberlandstraße durch das Tiefland des Indigenen Terrritoriums und Nationalparks Isiboro Sécure (kurz TIPNIS, Territorio Indígena y Parque Nacional Isiboro Sécure), ohne die Bewohner vorher zu befragen. Als der Bau begonnen werden sollte, setzten sich indigene, amazonische Gruppen des TIPNIS zu einem Protestmarsch in Richtung La Paz in Bewegung. Sie haben auf ihrem Weg so viel Unterstuetzung erhalten, das Morales nichts anderes uebrigblieb, als das Unternehmen im Oktober schließlich zu stoppen.

„Marchas“ sind ein hauefig genutztes Mittel der politschen Willensbekundung in Bolivien und das Ziel ist, eine breite Zustimmung sozusagen einzusammeln. Die gelang in diesem Falle spaetestens ab dem Zeitpunkt, als die Polizei den Marsch gewaltsam aufloeste, anstatt die Gegnergruppe der Befuerworter des Projektes daran zu hindern, den Marschweg zu blockieren. „Diese autoritaere Willkuer gegen die indigenen Brueder und Schwestern gehoert nicht mehr zu uns“, sagte man uebereinstimmend, „diese Zeiten sind in Bolivien vorbei“.

Die mangelnde politische Umsetzung der Verfassungsidee wird haeufig kritisiert. Die Kritik ist berechtigt, wie man sieht. Dennoch ist sie hier nicht mein Thema. Mir geht es darum zu begreifen, was der skizzierte historische Schritt bedeutet, auch weltweit, fuer uns alle. In diesem Kontext sehe ich hinsichtlich der Betonung der Kritik eine Gefahr, naemlich dass  sie sich in machtpolitischen Ueberlegungen einer Politik von oben verfaengt und einmal mehr jene Anderen uebersieht, die die Welt veraendern, ohne die Macht uebernehmen zu wollen (John Holloway). Bolivien ist dabei, sich auf eben diese deszentralisierte, „die Macht zersplitternde“ Weise (Raúl Zibechi) zu veraendern. Auch das kann man anhand der Ereignisse rund um das Tipnis sehen.

Die Bedeutung fuer uns alle, die die geistige Entkolonisierung in Bolivien mit sich bringt, liegt in der radikalen Gegenposition und damit der Aufhebung des desarrollistischen Wachstumsglaubens und zwar seine Aufhebung als weltweit gueltiger Volksglauben und populaere Kultur. Und sie liegt in dem neuen Verstaendnis von gesellschaftlichem Oben und Unten. Damit wird dem hierarchischen politischen System unserer Zeit viel von seiner Macht, wenn nicht die Machtbasis selbst entzogen. Schließlich und vor allem liegt die Bedeutung der neuen (alten) Weltsicht, die da aus Bolivien kommt, darin, dass der Mensch nicht mehr als Herrscher aus dem Ganzen des lebendigen Erdzusammenhanges herausgenommen wird. Denn, so lehrt die indigene Kosmovision, die Erde ist ein Lebewesen, und wir alle gehoeren zu ihr, wie die Kinder zur Mutter aus der sie geboren werden.

Die Rechte von Pacha Mama und die Wiederherstellung der menschlichen Wuerde

Die breite oeffentliche und staatliche Anerkennung der indigenen Achtung gegenueber Mutter Erde hat den Menschen in den originaeren Voelkern die Wuerde wiedergegeben, die ihnen jahrhundertelang abgesprochen wurde. Denn die Wuerde kann abgesprochen werden, wie Jean Améry uns gelehrt hat, ganz gleich, wie die Menchen sind und wie sie sich selbst sehen. Und zwar mit fatalen Folgen: Erst hat man uns durch boese Rede zu Unmenschen erklaert, dann konnte man uns ohne Skrupel umbringen, sagt er, der einstige „Wadenstrumpfjuengling“, dem bis dahin seine juedische, vorgeblich andere Herkunft nicht bewusst war.

Aus den indigenen Voelkern sind Millionen Menschen in den Arbeitslagern der Bergwerke und  Plantagen ums Leben gekommen, sowie durch die Schuldknechtschaft,  erst unter dem System der Hacienda und spaeter unter dem des Internationalen Waehrungsfonds. Geistig-seelisch aber haben sie ueberlebt: Mehrheitlich haben sie die Verbundenheit mit der Erde, „unser aller Mutter“, bewahrt und zwar sowohl zwischen Mensch und Natur, als auch als Verbundenheit innerhalb ihrer Gemeinschaften, wie auch mit ihren Vorfahren. Damit haben die originaeren Voelker Boliviens sich nicht nur vor der voelligen physischen und psychischen Zerstoerung durch Kolonialismus und Desarrollismus (Entwicklungspolitik und –Ideologie) gerettet, sondern auch dem Rest der Welt einen Weg aus der globalisierten Kolonisierung durch die Logik des Kapitals und durch die Weltmarktkonzerne gewiesen.

Im Dezember 2010 hat Bolivien den Verfassungsauftrag in ein „Gesetz ueber die Rechte von Mutter Erde“ umgesetzt (siehe letzter Abschnitt). Menschenrechte und die Wuerde des Menschen sind uns „Okzidentalen“ (wie man in Bolivien sagen wuerde) gelaeufig. Artikel 1 Absatz 1 des deutschen Grundgesetzes lautet: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“. Dass die Erde eine Wuerde und vor allem Rechte haben koennte, klingt fuer uns aber eher befremdlich. Dabei haengt beides, Menschenwuerde und Menschenrecht auf der einen Seite, und die Wuerde und die Rechte von Mutter Erde auf der anderen, eng miteinander zusammen. Nicht nur fuer die indigenen Nationen Boliviens.

Der historische Prozess der Entwuerdigung

Kaum eine moralische Grundhaltung ist des Menschseins unwuerdiger als die raeuberisch-habsuechtige Grundhaltung hinter der egozentrischen Konkurrenzeinstellung, die die Basis selbst der Wettbewerbswirtschaft ist. Genau diese Tatsache aber ist uns Heutigen nicht mehr bewusst.

Schon beim Moralphilosophen Adam Smith (1723-1790) sind die intellektuellen Verrenkungen kaum noch zu durchschauen, durch die er die individuelle Habsucht sogar als gute Tat fuer das Gemeinwohl erklaert. Seine berühmte, zentrale These ist bis heute der erste Hauptsatz der Ökonomie: Wenn jeder seinem Eigennutz folgt, dann kann er dem Wohlstand der Nation besser dienen, als wenn er sich diesem ausdrücklich verschreiben würde. Einige seiner Vorgaenger haben sich da noch deutlicher ausgedrueckt. Bernard de Mandeville (1670 – 1733), auf den sich der Ortho-Neoliberale Friedrich von Hayek positiv bezieht, nennt Habsucht und Gier noch beim Namen. Und er ist der Meinung, dass individueller Altruismus, naemlich an die Anderen zu denken, fuer Oekonomie und Fortschritt in einem Staat von Nachteil waeren. Der Staat brauche die Laster seiner Untertanen, er muesse sie nur richtig kanalisieren. Zu Mandevilles Zeit galt diese Sicht noch als zynisch. In der Gegenwart gelten das Laster des Konsumismus aller und die Kanalisierung der Milliardenbeute zu Haenden einiger weniger als Rettung des Gemeinwesens.

Eine fruehere geistesgeschichtliche Praegung des kultuerellen Leitbilds des ‚homo oeconomicus’, das sich im 18. Jahrhundert verfestigt, ist der blutige Diskurs der Conquista. Der Aristoteliker Ginés de Sepúlveda argumentiert 1550 vor einer Jury zur Beratung der Kolonalpolitik der Spanischen Krone, dass die originaeren Voelker Amerikas keine vernunftbegabten Menschen (gente de razón) seien und deshalb auch nicht so behandelt zu werden brauchten. Sie seien „natuerliche Sklaven“, denn zum vernunftbegabten Wesen gehoerten schon von Natur aus christlich moralische Einsichten. Sepúlveda definiert die Natur als christlich bzw. die christlichen, monotheistischen und patriarchalen Wertvorstellungen zu Naturgesetzen. Spaeter, sehr viel spaeter wird der protestantische, weisse, amerikanische Praesident Truman die vormals heidnischen Kolonialabhaengigen zu „Unterentwickelten“ erklaeren (1946). Der Unterschied ist gering.

Verteidigung der lebendigen Zusammenhaenge

Die Verteidigung von Mutter Erde entlang der indianischen Kosmosvision wendet sich folgerichtig sowohl gegen das Entwicklung- und Wachstumsparadigma als auch gegen den Monotheismus und den Patriarchalismus. Im bolivianischen Kulturministerium ist in 2010 die Abteilung Entkolonisierung (descolonisación) eingerichtet worden, die zwei Unterabteilungen hat, die des Antirassismus und die der Entpatriarchalisierung (despatriarcalización). In Bolivien ist man sich offenbar bewusst, dass die Geringschaetzung der Erde und ihrer Wachstumskraft zur Geringschaetzung der Menschen gefuehrt hat, die ihr besonders verbunden sind, naemlich indigene Baeuerinnen, Bauern, HirtInnen und FischerInnen, sowie  Muetter und insgesamt Frauen, also jene Gruppen von Menschen, die unmittelbar sichtbar und fuehlbar in den lebendigen Naturzusammenhaengen der Erde stehen.

Im okzidentalen Wertesystem hat nicht die naturgegebene Lebendigkeit sondern das kuenstlich vom Menschen Gemachte den hoechsten Wert. Der Mensch wird dabei als „Number One“ gedacht, als Erschaffer und Schoepfer, dem einen Gott aehnlich. Der Mensch wird aus dem Erdzusammenhang herausgenommen, so als wuerde er sich darueber erheben und legitimer Weise die Erde ausbeuten koennen. Allerdings gilt die Gottaehnlichkeit nicht fuer alle Menschen gleichermassen. An der Spitze der Hierarchie steht das Ideal des Mannes, der kuenstliches Wachstum schafft und am anderen Ende findet sich die indigene Baeuerin, Analphabetin und Mutter mehrerer Kinder. Vorgeblich kann sie nichts, weiss sie nichts und tut sie nichts Wert zu schaetzendes, und wird so zum beliebten Objekt von Entwicklungsprojekten.

Jedoch, dieser Wertmassstab trifft uns alle, weltweit, und besonders wuerdeverletzend jene, die unverkennbar eng von den natuerlichen Wachstumskraeften abhaengig sind, Muetter, Frauen, Baeuerinnen, Bauern. Die Geringschaetzung der naturgegebenen Lebenskraefte ist die Weise, wie der Erde und den Menschen gleichermassen die Wuerde abgesprochen wird und sie der Zerstoerung und Ausbeutung preisgegeben werden.

„Gesetz ueber die Rechte von Mutter Erde“

Verabschiedet von der „plurinationalen gesetzgebenden Versammlung“ Boliviens

am 7. Dezember 2010 (Auszuege; Uebersetzung V.B-Th)

„Kapitel II: Mutter Erde, Definition und Eigenart“

Art. 3. „Mutter Erde ist das lebendige System, das sich aus der untrennbaren Gemeinschaft aller Lebenssysteme und Lebewesen zusammensetzt. Sie sind miteinander verbunden, voneinander abhaengig sowie komplementaer zueinander und sie teilen ein gemeinsames Schicksal.“

Art. 5. „Rechtliche Eigenart von Mutter Erde“

„Um sie zu schuetzen und um ihre Rechte wahren zu koennen, nimmt Mutter Erde den Charakter eines Kollektivsubjektes oeffentlichen Interesses an.“

Art. 6. „Ausuebung der Rechte von Mutter Erde“

„Die Ausuebung der individuellen Rechte ist durch die Ausuebung der kollektiven Rechte im Lebenssystem von Mutter Erde beschraenkt.“

„Kapitel III: Die Rechte von Mutter Erde“

Art. 7, I. „Die Mutter Erde hat folgende Rechte …

1. Auf das Leben. …

2. Auf die Vielfalt des Lebens. …

3. Auf das Wasser. …

4. Auf reine Luft. …

5. Auf Gleichgewicht. …

6. Auf die Wiederherstellung. …

7. Frei von Verschmutzung zu leben. …“

„Kapitel IV: Verpflichtungen des Staates und Aufgaben der Gesellschaft“

Art. 8. „Aufgaben des plurinationalen Staates …

2. Formen der Produktion und Konsummuster zu entwickeln, die derart im Gleichgewicht sind, dass die Notwendigkeiten fuer ein Gutes Leben des bolivianischen Volkes befriedigt werden und die regenerative Faehigkeit sowie die Integritaet der Lebenszyklen, der Lebensprozesse und des lebensnotwendigen Gleichgewichts von Mutter Erde gewahrt sind.“

3. Politiken zu entwickeln, die Mutter Erde im plurinationalen und im internationalen Rahmen vor der Ueberausbeutung ihrer Bestandteile verteidigen, ebenso wie gegen die Kommerzialisierung der Lebenssysteme und der Przesse, die diese aufrechterhalten, als auch gegen die strukturellen Ursachen des Globalen Klimawandels und seiner Auswirkungen“.

Art. 9. „Es ist die Pflicht der natuerlichen und der juristischen, oeffentlichen oder privaten Personen …

1. Die Rechte von Mutter Erde zu verteidigen

4. Produktionsformen zu praktizieren  und Konsumgewohnheiten anzunehmen, die im Einklang mit den Rechten von Mutter Erde sind“


[1] Javier Medina, Mirar con los dos ojos. Gobernar con los dos cetros. Insumos para profundizar el Proceso de Cambio como un diálogo de matrices civilizatorias, Garza Azul: La Paz 2010, S. 19

[2] “Se funda en la pluralidad y el pluralismo político, económico, jurídico, cultural y lingüístico, dentro del proceso integrador del país.”

[3] “Dada la existencia precolonial de las naciones y pueblos indígena originario campesinos y su dominio ancestral sobre sus territorios, se garantiza su libre determinación en el marco del Estado, que consiste en su derecho a la autonomía, al autogobierno, a su cultura, y al reconocimiento y consolidación de sus instituciones y entidades territoriales, conforme a esta Constitución.” (Art. 2)

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One Response to Vivir Bien – Gut leben! Brief aus Bolivien und Ecuador (II)

  1. Dina Weindl says:

    Schöner Artikel, und mit Vielem gehe ich d’accord.
    Bitte meine Anmerkungen jetzt nicht falsch zu verstehen – sind einfach nur subjektive Einwände die ich habe – denn schlußendlich geht es bei uns allen um subejtives Erleben in diesem Land
    Aber wenn Pachamama wirklich so im System verankert wäre, wie es die Neue Konstitution vorgibt – warum ist dann der Sojaanbau zu einem sehr hohen Prozentanteil genmanipuliert?
    Die Müllproblematik wird auch immer prekärer, aber dahingehend passiert leider absolut NULL!
    Wie erklärt man sich dann, dass Evo Morales völlig gleichgültig bleibt bei den katastrophalen Zuständen im Minenberbau in Bolivien – Hochgradige Kontamination des Grundwassers,des Bodens, der Luft und damit auch der Bevölkerung?
    natürlich Veränderung kann nicht über Nacht passieren – das hat auch Tipnis gezeigt. Denn die Bewohner von Tipnis haben nicht erst seit ein paar Monaten gegen den Bau protestiert. Erst als es eskaliert ist und es zur internationalen Aufmerksamkeit kam, wurde der Bau gestoppt.

    Persönlich sehe ich den Versuch die indigene Kultur in die Verfassung zu integrieren als sehr positiv und natürlich erstrebenswert – doch leider sehe ich als Ergebnis nicht das was die Grundidee verspricht und Evo Morales hat definitiv enttäuscht.

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