Unser Beitrag zu urbaner Landwirtschaft in Wien für den Sammelband “Gesellschaft im Wandel”

https://greenurbancommons.files.wordpress.com/2017/02/cover-sammelband.jpgDer Sammelband “Gesellschaft im Wandel”, herausgegeben von Judith Fritz und Nino Tomaschek, enthält einen Beitrag der Green Urban Commons Forschungsgruppe mit dem Titel “Stadtentwicklung, urbane Landwirtschaft und zivilgesellschaftlich gestalteter Grünraum in Wien”.

Gesellschaft im Wandel Gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Perspektiven von Judith Fritz, Nino Tomaschek (Hrsg.),University – Society – Industry, Band 5, 2016, 264 Seiten, br., mit einigen Abbildungen, Buch: 34,90 €, ISBN 978-3-8309-3465-3, E-Book: 30,99€, ISBN 978-3-8309-8465-8

 

 

Aus der Einleitung des Beitrags:

Der Diskurs über die Stadtentwicklung in Wien wird vom Wachstum der Stadt geprägt. Dieses gilt als nicht beeinflussbare, d.h. vorgegebene Entwicklung, die zudem positiv sei, aber auch große Herausforderungen impliziere. Auf diese Leitvorstellung werden fast alle Ziele der Stadtentwicklung hin ausgerichtet, wie unter anderem der 2014 vom Wiener Gemeinderat beschlossene Stadtentwicklungsplan illustriert (MA 18, 2014a).

Das Wachstum der Stadt wird in Wien als ein gesellschaftliches Allgemeininteresse konstruiert. Wachstum wird zum einen als ein Sachzwang dargestellt, zum anderen als ein Zeichen für eine erfolgreiche Stadtentwicklung. So werden grundlegende Fragen der Stadtentwicklung Auseinandersetzungen um die politische Gestaltung von Stadt entzogen. Dem gegenüber geht unser Artikel der Frage nach, wie dieses vermeintliche Allgemeininteresse gesellschaftlich konstruiert wurde bzw. wird und unter welchen politischen und ökonomischen Bedingungen sich das Wachstum der Stadt ergibt.

In den gegenwärtigen Strategien zur Entwicklung der Stadt Wien spielen ökologische Aspekte eine prominente Rolle. Diese werden als Teil einer „ökologischen Modernisierung“ gedacht und ordnen sich tendenziell den Wachstums- und Entwicklungsimperativen unter. Konflikte werden darin kaum beleuchtet sowie Macht und Herrschaft nicht offen reflektiert.

Im Rahmen des vom Wiener Wissenschafts- und Technologiefonds (WWTF) von 2013 bis 2016 geförderten Forschungsprojekts „Green Urban Commons“, das am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien angesiedelt ist, haben wir vor allem zivilgesellschaftlich gestalteten Grünraum in Wien untersucht, der verschiedene Formen von gemeinschaftlichem Gärtnern, kollektive Landwirtschaftsprojekte, Selbsterntefelder und die Begrünung von Baumscheiben umfasst. In diesem Artikel wollen wir den Kontext dieser Initiativen analysieren. Dabei werden wir insbesondere die Widersprüchlichkeit und Umkämpftheit von Stadtentwicklung sowie den Einfluss von Macht und Herrschaft darstellen.

Der Sammelband vereint eine Reihe spannender Beiträge von an der Universität Wien forschenden Menschen. Hier eine Kurzbeschreibung von der Website des Verlags Waxmann:

Gesellschaften wandeln sich – in sozialer, politischer wie ökonomischer Hinsicht. Es besteht kein Zweifel daran, dass sich diese Wandlungsprozesse in den vergangenen Jahrzehnten beschleunigt und tiefgreifende Veränderungen mit sich gebracht haben. Schlagworte wie Individualisierung, Globalisierung oder digitale Revolution stellen das gesellschaftliche Miteinander vor große Herausforderungen, bieten jedoch zugleich Potenzial für die Weiterentwicklung von Gesellschaften. Lebensstile werden vielfältiger, Bildungschancen gerechter und die Altersspanne jener Personen, die aktiv im beruflichen oder zivilgesellschaftlichen Leben stehen, größer. Zugleich sind stagnierendes Wirtschaftswachstum, Klimawandel und wachsende soziale Polarisierung brisante Problemlagen, zu deren Bewältigung wirksame Maßnahmen gefunden werden müssen. Der fünfte Band der Reihe „University – Society – Industry“ beleuchtet diese Wandlungsprozesse in 17 Beiträgen aus interdisziplinären Blickwinkeln und gibt Denkanstöße, um sich den Veränderungen zu stellen.

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